
Erst am Donnerstagnachmittag könnten wohl alle Stromkunden wieder versorgt werden, hieß es von Stromnetz Berlin. Eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte, normalerweise würde die Verlegung solcher Hochspannungskabel fünf Wochen in Anspruch nehmen. Binnen weniger Tage werde nun zunächst ein Provisorium errichtet.
Sowohl in Villenvororten von Berlin als auch in Hochhäusern entlang der Einfahrtstraßen in die Hauptstadt blieben in der Nacht zum Sonntag alle Fenster dunkel. Die Ampeln blieben aus, Restaurants, Kioske und Tankstellen blieben verschlossen. Dichtes Schneetreiben sorgte für eine unheimliche Atmosphäre, während die Polizei mit Lautsprecherwagen durch die menschenleeren Straßen fuhr. Pflegeheim- und Krankenhausbetreiber begannen, ihre Heime zu evakuieren. Feuerwehrleute trugen kranke und gebrechliche Menschen die Treppen herunter.
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf richtete Notunterkünfte ein, auch das Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde öffnete zeitweise für Menschen, die sich aufwärmen und ihre Handys aufladen wollten. Das Rathaus Zehlendorf stellte hierfür sein Foyer zur Verfügung. Im Jugendkeller der Paulus-Gemeinde und im Matthäus-Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel können sich die Menschen ab den Morgenstunden aufwärmen. Der Bezirk schrieb aber auch: „Da der Stromausfall noch auf unbestimmte Zeit andauern wird, weichen Sie bitte auf Familie, Freunde und Bekannte aus.“
Der Bezirksstadtrat Tim Richter (CDU) geht davon aus, dass der Bedarf nach Unterkunftsplätzen in den kommenden Tagen steigen werde. Jetzt seien die Wohnungen noch relativ warm, sagte Richter, aber in den kommenden Tagen würden Minusgrade in der Nacht erwartet. Dann kühlten die Wohnungen und Häuser aus, weil Heizungen nicht mehr funktionieren.











