Nicht jedes Bauchfett ist in gleichem Maße gefährlich. Warum gerade das unsichtbare Fett rund um die Organe zum Gesundheitsrisiko werden kann und was Sie dagegen tun können.
Unser Körperfett, so unangenehm das Wort in den Ohren klingt, war evolutionär eigentlich ein nützlicher Weggenosse: als Energiereserve in Zeiten, in denen wir keine geregelten Mahlzeiten zu uns nehmen konnten, weil diese sich gern auf vier Beinen oder mit Flügeln davonmachten. Auch jüngere Vorfahren zeigten noch Respekt für Korpulente. Es hieß, die hätten „was zum Zusetzen“, in Zeiten der Not und der unregelmäßigen Lebensmittelversorgung.
Lebensmittelknappheit ist in der westlichen Zivilisation kein Problem mehr. Aber unser Fettgewebe tragen wir weiter mit uns herum. Besonders problematisch ist dabei das sogenannte Viszeralfett. Die Bezeichnung kommt von viscera, was lateinisch so viel wie Eingeweide bedeutet. Denn das Viszeralfett umhüllt als mechanischer Schutz die inneren Organe, vor allem unser Verdauungssystem. Es ist von der Anlage her äußerlich nicht zu sehen. Erst, wenn wir zu viel davon ansammeln, bringt es sich in Erinnerung.
Viszerales Fett begünstigt viele Zivilisationskrankheiten
Im Übermaß vorhanden, ist viszerales Fett aber nicht nur optisch störend, es kann auch chronische Entzündungen im Bauchraum verursachen. Denn es produziert Botenstoffe, die den Körper negativ beeinflussen: Freigesetzte Fettsäuren, die über die Blutgefäße zur Leber gelangen, können zu einer Fettstoffwechselstörung führen. Andere Stoffe hemmen die Fähigkeit, Blutgerinnsel aufzulösen. Und zu allem Überfluss nutzen einige Krebsarten wie Eierstock-, Pankreas- oder Magenkrebs das viszerale Fett gern, um hier Metastasen zu platzieren.
Und schon sind wir bei den Klassikern unserer Zivilisationskrankheiten: Denn die Botenstoffe bzw. Entzündungsprozesse befeuern metabolische Erkrankungen wie Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes, entzündliche Darm- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viszerales Bauchfett steht außerdem im Verdacht, das Demenzrisiko zu erhöhen.
Vor allem für Männer kann das zu einem großen Problem werden. Denn sie neigen stärker zu schädlichem Bauchfett als Frauen. Und auch optisch bringt das Bauchfett weitere Nachteile für Männer. Denn es ist ein regelrechter Hormonumschlagplatz: Männer mit sehr dickem Bauch neigen etwa zu weiblichen Körpermerkmalen, da hier ihr Testosteron enzymatisch in Östrogen umgewandelt wird. Sie haben plötzlich mehr Brustwachstum (Gynäkomastie) und beklagen wegen des Testosteronmangels Libidoverlust. Das Testosteron fehlt auch beim Knochenschutz.
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Bauchfett ist nicht gleich Bauchfett
Wir sollten also versuchen, die Form des Bauchfetts möglichst schlank zu halten. Das Tückische ist, dass es sich gut versteckt, etwa in den Organen wie dem Herz oder der Leber, in Knochen- und Muskelzellen – und das auch bei schlanken Menschen.












