Versicherer zahlt nicht alles
Kostenfalle Rohrbruch: Was Hausbesitzer oft nicht wissen
16.03.2026 – 15:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Jedes Jahr platzen in Deutschland mehr als eine Million Rohre. Für Betroffene folgt häufig eine weitere unliebsame Überraschung: Denn mit Blick auf ihre Versicherung sitzen viele einem Irrtum auf.
Ein geplatztes Rohr oder eine undichte Leitung: Mehr als eine Million Schäden an Wasserleitungen melden Hausbesitzer im Jahr an ihre Versicherer – das sind mehr als zwei Fälle in der Minute.
Viele Hausbesitzer erleben nach dem Schaden häufig eine böse Überraschung, warnt der Bund der Versicherten (BdV). Zwar zahlt die Wohngebäudeversicherung den durch den Wasseraustritt entstandenen Schaden und die Reparatur des beschädigten Rohrstücks. Empfehlen Handwerksbetriebe jedoch, weitere Abschnitte des Leitungs- und Rohrsystems vorsorglich zu erneuern, zahlt die Versicherung hierfür nicht.
„Viele Versicherte gehen fälschlicherweise davon aus, dass beispielsweise nach einem Rohrbruch im Bad gleich alle Leitungen in diesem Raum erneuert werden“, schreibt Meike Voß, Teamleiterin der Beratung beim BdV, in einer aktuellen Mitteilung des Verbraucherschutzvereins. Allerdings zahlten Versicherer nur für die unmittelbar schadensbedingten Reparaturen. Die vorsorgliche Erneuerung von Rohren gilt aber als Instandhaltung oder Sanierung. Diese müssen Hausbesitzer aus ihrer eigenen Tasche zahlen.
Modernisierungen jedoch aufzuschieben, ist nicht ratsam: Versicherte sind verpflichtet, ihre wasserführenden Anlagen in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Verzichten Sie auf notwendige Wartungen oder Reparaturen, kann der Versicherer im Schadenfall seine Leistungen kürzen oder sogar verweigern. Versicherer können nach einem beglichenen Schaden zudem die Versicherung kündigen. „Wer notwendige Modernisierungen aufschiebt, riskiert nicht nur weitere Schäden, sondern im schlimmsten Fall auch den Verlust des Versicherungsschutzes“, warnt Voß. Ihr Rat: Hausbesitzer sollten regelmäßig den Zustand ihrer Leitungen überprüfen und rechtzeitig handeln.
Dies kann sich für Hausbesitzer auch finanziell lohnen: Wer Rohre und Leitungen in Schuss hält, kann bei seiner Wohngebäudeversicherung deutlich sparen. Wer sein Haus neu gebaut oder komplett saniert hat, kann dieses laut „Finanztip“ – je nach Lage – für 100 bis 500 Euro günstiger versichern als ein älteres, unsaniertes Gebäude. „Wer neue Rohre verlegen lässt oder sein Haus umfassend modernisiert, sollte das unbedingt mitteilen und einen Beitragsnachlass fordern“, rät „Finanztip“-Chefredakteur Said Sulilatu.
Eine weitere Sparmöglichkeit ist die Installation von Wassersensoren. Diese überwachen den Wasserfluss, registrieren Unregelmäßigkeiten und informieren bei möglichen Problemen den Hausbesitzer. Bei einigen Geräten wird zudem die Leitung gesperrt und der Wasserfluss unterbrochen. Das senkt die Sanierungskosten. Entsprechend belohnen viele Versicherer den Einbau solcher Geräte mit niedrigeren Prämien.











