Deutlicher Zusammenhang
Senkt die Ehe das Krebsrisiko? Neue Studie gibt Hinweise
08.04.2026 – 16:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Menschen, die nie verheiratet waren, erkranken offenbar häufiger an Krebs als solche, die verheiratet sind oder waren. Das zeigt eine neue Studie. Was könnte dahinterstecken?
Verheiratete haben ein geringeres Risiko für Diabetes und Depressionen, erkranken seltener an Alzheimer und leben länger: Zahlreiche Studien legen nahe, dass die Ehe gesund hält. Einen weiteren Hinweis in diese Richtung hat jetzt ein Forschungsteam aus den USA entdeckt: Der Familienstand könnte sogar das Krebsrisiko beeinflussen. In der Studie zeigte sich dieser Zusammenhang für viele verschiedene Krebsarten.
Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten zu mehr als vier Millionen Krebsfällen aus zwölf US-Bundesstaaten zwischen 2015 und 2022 aus. Die Daten stammen aus Krebsregistern und beziehen sich auf eine Gesamtbevölkerung von über 100 Millionen Menschen. Untersucht wurden Krebsdiagnosen bei Erwachsenen ab 30 Jahren.
Die Forscher teilten die Menschen in zwei Gruppen ein: Personen, die verheiratet sind oder dies einmal waren – also auch Geschiedene oder Verwitwete –, und Menschen, die noch nie verheiratet waren. Anschließend verglichen sie, wie häufig in diesen Gruppen verschiedene Krebsarten diagnostiziert wurden. Dabei berücksichtigten sie auch Unterschiede bei Alter, Geschlecht und ethnischer Herkunft.
Das Ergebnis: Ledige Personen, die noch nie verheiratet waren, hatten deutlich öfter eine Krebsdiagnose erhalten als Menschen, die verheiratet, geschieden oder verwitwet waren.
Die Krebsraten – also die Häufigkeit von Krebsdiagnosen in einer bestimmten Gruppe – lagen bei Männern, die nie verheiratet waren, rund 70 Prozent höher als bei Männern, die verheiratet sind oder es einmal waren. Bei Frauen betrug der Unterschied etwa 85 Prozent.
Die stärksten Zusammenhänge zwischen Ehe und Krebs fanden die Forscher bei:
Kleiner waren die Unterschiede bei Krebsarten, die durch regelmäßige Vorsorge oft früh entdeckt werden, etwa Brust-, Schilddrüsen- und Prostatakrebs.
Eine Ehe schützt nicht automatisch vor Krebs. Vielmehr steht der Familienstand häufig mit anderen Faktoren in Verbindung, die sich auf die Gesundheit auswirken können – etwa Lebensstil, soziale Unterstützung oder Zugang zu medizinischer Versorgung. Studienautor Paulo Pinheiro kommentiert in einer Pressemitteilung: „Diese Ergebnisse legen nahe, dass soziale Faktoren wie der Familienstand wichtige Marker für das Krebsrisiko auf Bevölkerungsebene sein können.“
