Studie überrascht

Gemopste Pommes schmecken besser


30.04.2026 – 14:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Pommes frites: Für etwa jeden vierten Deutschen sind sie das liebste Kartoffelgericht. (Symbolbild) (Quelle: Dina Ivanova/getty-images-bilder)

Pommes frites sind für viele ein leckerer Snack. Doch unter bestimmten Umständen schmecken sie offenbar noch köstlicher, wie eine Studie zeigt.

Die Redewendung „Geklautes Essen schmeckt besser“ gibt es so oder so ähnlich in vielen Sprachen. Forscher kommen jetzt zu dem Schluss, dass diese „Weisheit“ stimmt – zumindest unter kontrollierten Testbedingungen. Die Untersuchung erschien kürzlich im Fachjournal „Food Quality and Preference“.

Der Kontext verändert den Geschmack

An der Studie nahmen 120 Erwachsene teil. Sie aßen identische Portionen Pommes frites, die exakt gleich zubereitet waren. Der einzige Unterschied lag darin, wie die Teilnehmer an die Pommes kamen: entweder aus der eigenen Portion, als Geschenk oder indem sie sie heimlich von anderen entwendeten.

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Die Forscher simulierten das „Stehlen“ unter verschiedenen Versuchsbedingungen. Die Probanden sollten dabei heimlich Pommes von einer anderen Person stibitzen: Einmal in einer Situation, in der das Risiko, erwischt zu werden, gering war. Und einmal mit höherem Risiko, weil eine streng wirkende Person anwesend war, die alles im Blick hatte.

Das Ergebnis fiel deutlich aus: Pommes, die heimlich genommen wurden, schmeckten den Teilnehmern besser als die aus der eigenen Portion. Besonders stark fiel der Effekt aus, wenn das Risiko hoch war. In dieser Situation bewerteten die Probanden den Geschmack um 39,3 Prozent besser als beim normalen Essen.

„Verbotene Frucht“ steigert den Genuss

Die Wissenschaftler erklären den Effekt mit mehreren psychologischen Mechanismen. Eine zentrale Rolle spielt die sogenannte psychologische Reaktanz: Wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihnen etwas verwehrt wird, steigt ihr Wunsch danach.

Auch Emotionen beeinflussen den Geschmack. Viele Teilnehmer berichteten bei den „verbotenen“ Pommes von einem Mix aus Aufregung und leichtem Schuldgefühl. Beide Gefühle traten gemeinsam mit höherem Genuss auf.

Überdies veränderte sich auch die Wahrnehmung einzelner Eigenschaften. Die Pommes wirkten salziger, knuspriger und intensiver, obwohl sie objektiv identisch waren. Entscheidend war allein der Kontext.

Ein weiterer Faktor ist die Erwartung. Wer glaubt, dass „verbotenes Essen“ besser schmeckt, erlebt genau das stärker. Fachleute sprechen hier von Top-down-Verarbeitung.

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Geschmack entsteht auch im Kopf

Die Studie macht deutlich, wie stark Denken und Gefühl unseren Geschmack formen. „Geklautes“ Essen schmeckt tatsächlich besser – zumindest dann, wenn Menschen es als kleine Regelüberschreitung erleben.

Der Effekt hat nichts mit den Pommes selbst zu tun. Vielmehr entscheidet das Zusammenspiel aus Risiko, Emotion und Erwartung darüber, wie intensiv wir etwas genießen. Anders gesagt: Geschmack entsteht nicht nur auf der Zunge, sondern auch im Kopf.

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