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Home » Vergesslichkeit und Dauerstress: So hängt es zusammen
Gesundheit

Vergesslichkeit und Dauerstress: So hängt es zusammen

By zeit-heute.deMai 12, 20263 Mins Read
Vergesslichkeit und Dauerstress: So hängt es zusammen
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Körper in Alarmbereitschaft

Wodurch wir immer vergesslicher werden


Aktualisiert am 12.05.2026 – 08:28 UhrLesedauer: 4 Min.

Vergrößern des Bildes

Permanenter Stress kann sich auf die Gedächtnisleistung auswirken. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

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Dauerstress versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Stehen wir unter Druck, können wir nicht mehr klar denken – und werden immer vergesslicher.

Akuter Stress mobilisiert kurzzeitig unsere Energiereserven und macht den Körper leistungsfähig und reaktionsbereit. Anhaltender Stress hingegen setzt der körperlichen und psychischen Gesundheit zu. Nicht nur das Risiko für Erkrankungen steigt. Auch die Gehirnleistung reduziert sich: Konzentration und Lernfähigkeit nehmen ab, Vergesslichkeit nimmt zu.

Bei Stress schaltet der Körper in den Überlebensmodus

Registriert der Körper Situationen als bedrohlich, überfordernd oder beängstigend, gerät er in Alarmbereitschaft und schüttet Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol in größeren Mengen aus. Dies dient der Vorbereitung auf Kampf oder Flucht. Auf diese Weise ist es möglich, rasch auf die Herausforderung der Stresssituation zu reagieren. Ab wann sich ein Mensch gestresst oder in einer Situation überfordert oder gar bedroht fühlt, ist individuell verschieden. Jeder hat seine persönliche Belastungsgrenze.

„Bei akutem Stress beginnt das Herz schneller zu schlagen, der Atem beschleunigt sich, mehr Sauerstoff wird aufgenommen, der Blutdruck steigt, Glukose wird bereitgestellt und die Muskeln spannen sich an. Auch die Aufmerksamkeit ist fokussiert. Wir sind hoch konzentriert, um gezielt auf eine mögliche Gefahr reagieren zu können“, erklärt Dr. Andreas Hagemann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Ärztlicher Direktor der unter anderem auf Burn-out und Stresserkrankungen spezialisierten Privatkliniken Duisburg, Eschweiler und Merbeck.

Akuter Stress und das Gehirn

Unter akutem Stress können Menschen viel leisten: etwa die schwierige Klausur schaffen, einen Vortrag meistern, das Projekt unter Zeitdruck erfolgreich zu Ende bringen, viele Termine gut koordinieren oder andere private und berufliche Herausforderungen stemmen.

Dr. Andreas Hagemann
Dr. Andreas Hagemann (Quelle: privat)

Zur Person

Dr. Andreas Hagemann ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Ärztlicher Direktor der unter anderem auf Burnout und Stresserkrankungen spezialisierten Privatkliniken Duisburg, Eschweiler und Merbeck.

Doch die Leistungsfähigkeit hat ihre Grenzen. Wird der Stress zu groß, besteht das Risiko eines Zusammenbruchs oder Blackouts. Der ein oder andere hat es vielleicht schon einmal erlebt: Plötzlich ist der Kopf leer und man kann auf das Wissen nicht mehr zugreifen. Oder es kommt zu unerwarteten emotionalen Reaktionen mit Weinen oder Wut.

Je nach Stressintensität sind verschiedene Gehirnbereiche besonders aktiv oder eben eingeschränkt. „Je stärker das individuelle Stresslevel ist, desto näher bewegen wir uns, vereinfacht ausgedrückt, in Richtung des limbischen Systems, auch Reptiliengehirn genannt, dem ältesten Bereich des Gehirns. Dort werden die Überlebensfunktionen gesteuert. Einmal in diesem Notfallmodus angekommen, können wir nicht mehr klar denken und entscheiden – und auch Situationen nicht mehr klar einschätzen“, erklärt Hagemann. „Wir reagieren, statt bewusst zu handeln. Statt den Vortrag auf der Bühne zu präsentieren, kann es passieren, dass wir aus dem Stressimpuls heraus von der Bühne rennen, ehe wir wissen, was wir tun.“

Vergesslichkeit bei Dauerstress

Nicht nur unter akutem Stress kann es passieren, dass eine Person nicht mehr auf ihr Wissen zugreifen kann. Auch Dauerstress setzt der Gehirnleistung zu. Unter anhaltender Belastung wird der Mensch vergesslicher. Die Konzentration lässt nach. Die Aufmerksamkeit sinkt und die Reaktionsfähigkeit ist verlangsamt. In der Folge gehen Termine vergessen, Fehler schleichen sich vermehrt ein, Aufgaben werden nicht mehr erinnert und man reagiert zunehmend mit Unruhe, Gereiztheit und Gedankenkreisen. Ebenso können Schlafprobleme, Verwirrung, Antriebslosigkeit und geistige Erschöpfung auftreten.

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