Lücke seit fast 20 Jahren
Berliner Verein will zwei Bunker als Schutzräume herrichten
19.05.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 1 Min.
Zwei Standorte, knapp 2.000 Plätze: Der Verein plant ein Modellprojekt für den Zivilschutz. Ein staatliches Schutzraumkonzept fehlt bislang.
Der gemeinnützige Verein Berliner Unterwelten will zwei seiner Bunkeranlagen als Zivilschutzräume herrichten. Nach Angaben von Betriebsleiter Kay Heyne handelt es sich um eine frühere Zivilschutzanlage am Blochplatz in Gesundbrunnen und einen früheren Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg an der Teichstraße in Reinickendorf.
Im Rahmen eines Modellprojekts sollen dort insgesamt knapp 2.000 Plätze entstehen. Heyne sagte: „Das ist für eine Stadt wie Berlin nicht viel, aber ein Anfang.“
Bunker sollen mehrere Stunden Schutz bieten
Die Räume sollen nach seinen Angaben einen Basisschutz für drei bis vier Stunden bei konventionellen Angriffen bieten – etwa mit Drohnen, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt werden. Dazu will der Verein Stühle und Wasserkanister beschaffen sowie Lüftungssysteme ertüchtigen.
Den Rahmen des Vorhabens benennt Heyne klar: Nach seinen Angaben gibt es in Berlin derzeit keine aktiven Schutzanlagen. Die letzten seien 2007 aufgegeben worden. Der Verein hat seine Satzung geändert, um sich auch im Bereich Zivilschutz engagieren zu können – nicht alle seiner rund 20 betreuten Anlagen seien dafür geeignet. Ein bundesweites Schutzraumkonzept liegt bislang nicht vor.
