Fall Karl-Erivan Haub

Kölner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Tengelmann-Chef


Aktualisiert am 19.05.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Tengelmann-Chef Christian Haub (Archivbild): Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen den Unternehmer erhoben. (Quelle: Lars Heidrich)

Das Verschwinden von Karl-Erivan Haub bleibt ein Thema für die Kölner Justiz. Nun wird sein Bruder und Tengelmann-Chef Christian Haub angeklagt.

Tengelmann-Chef Christian Haub ist von der Kölner Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Ihm wird die falsche Versicherung an Eides statt in Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub vorgeworfen. Ein Sprecher des Landgerichts Köln bestätigte den Eingang einer entsprechenden Anklageschrift gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, nannte dabei aber nicht den Namen des Beschuldigten. Zuvor hatte das „Manager Magazin“ berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2024 ein Ermittlungsverfahren nach hinreichendem Anfangsverdacht eingeleitet. Zuvor war eine Strafanzeige gegen Christian Haub eingegangen. Er soll laut Anklage, entgegen seinen eigenen Angaben, belastbare Beweise dafür gehabt haben, dass sein Bruder Karl-Erivan noch am Leben sein könnte. Sein Anwalt Mark Binz wies die Vorwürfe damals vehement zurück.

Tengelmann: Kölner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Christian Haub

Karl-Erivan Haub (Archivbild): Der ehemalige Tengelmann-Chef kehrte von einer Skitour in Zermatt nicht mehr zurück. (Quelle: Lars Heidrich)

Das Verschwinden von Karl-Erivan Haub ist bis heute ungeklärt. Der Milliardär war im April 2018 im schweizerischen Zermatt alleine zu einer Skitour aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Die Familie geht davon aus, dass Haub am Klein Matterhon tödlich verunglückte. 2021 erklärt ihn das Kölner Amtsgericht für tot. Immer wieder kursieren seitdem aber Medienberichte mit Zweifeln am Tod des erfahrenen Skiläufers. Das Gericht hielt sie nicht für belegbar.

Die Anklage sei laut Angaben eines Gerichtssprechers bereits am 13. April eingegangen. Wenige Tage zuvor, am 9. April, hatte Haubs Anwalt Binz der Kölner Lokalredaktion von t-online noch auf Anfrage mitgeteilt: „Aufgrund der eindeutigen Sach- und Rechtslage gehen wir von einer Einstellung wegen erwiesener Unschuld aus.“

Im Rahmen der Ermittlungen wegen falscher Versicherung an Eides statt wurden auch Dokumente aus den sogenannten „Epstein Files“ geprüft, in denen der Name von Karl-Erivan Haub aufgetaucht war. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte dazu auf Anfrage von t-online: „Die öffentlich bekannt gewordenen neuen Hinweise wurden im Rahmen der hiesigen Ermittlungen ebenfalls geprüft.“ Weitere Details nannte der Sprecher mit Verweis auf die Ermittlungen Anfang April nicht.

Rechtsanwalt Binz erklärte, dass „der Bruder von Jeffrey Epstein uns schriftlich hat wissen lassen, dass er selbst nicht von einem Zusammenhang zwischen der vermeintlichen Ermordung seines Bruders und dem mutmaßlichen Gletscher-Tod von Karl-Erivan Haub ausgehe. Derartige Spekulationen gingen nicht auf ihn zurück, sondern auf einen gewissen MimMim, dessen Existenz er bezweifle.“

Der leitende Oberstaatsanwalt habe Binz außerdem mitgeteilt, dass die Ermittlungen bezüglich möglicher Zusammenhänge mit den Epstein Files eingestellt wurden, da diese „nicht zielführend“ seien.

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