
Nach Söders Vorstoß
Verein fordert ein eigenes Bundesland Franken
14.01.2026 – 17:20 UhrLesedauer: 2 Min.
CSU-Chef Markus Söder will weniger und größere Bundesländer. Der Fränkische Bund widerspricht dem Ansatz und fordert ein eigenständiges Bundesland Franken.
Der Fränkische Bund hat auf den Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Zusammenlegung von Bundesländern reagiert und ein eigenständiges Bundesland Franken gefordert. Der Verein begrüßt, dass Söder das Thema Neuordnung anspricht, kritisiert zugleich aber seinen Ansatz. Der CSU-Chef denke „genau in die falsche Richtung“, heißt es in einer Stellungnahme. Bundesländer wie Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg seien schlichtweg zu groß.
Dies zeige sich in der Existenz und Notwendigkeit von Regierungsbezirken in diesen Bundesländern. Martin Truckenbrodt vom Fränkischen Bund erklärte: „Wenn eine Verwaltungsreform für die Bundesländer sinnvoll sein und Kosten einsparen soll, dann müssen die neugegliederten Bundesländer ohne Regierungsbezirke und Regierungspräsidien auskommen.“ Dass größere Verwaltungsstrukturen grundsätzlich effizienter wären, habe sich schon öfters als Trugschluss erwiesen.
Ein Bundesland Franken, das die drei fränkischen Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken umfasst, hätte nach Ansicht des Vereins eine „gesunde und ausreichende Größe“ von fünf bis sechs Millionen Einwohnern. Ein vom Fränkischen Bund in den 1990er-Jahren gestartetes Volksbegehren zur Bildung eines Bundeslandes Franken wurde damals vom Bundesinnenministerium abgelehnt. Klagen änderten daran nichts. Seitdem spricht sich der 1990 gegründete Verein für eine Neugliederung des Bundesgebietes aus.
Söder hatte am Dienstag bei der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfränkischen Kloster Banz erklärt, einige Bundesländer seien kaum noch lebensfähig und müssten von Bayern oder anderen unterstützt werden. Er sprach sich für weniger und dafür größere Bundesländer aus. Welche Bundesländer er genau zusammenlegen würde, sagte Söder auch auf Nachfrage nicht. In der Vergangenheit hatte er aber beispielsweise als Möglichkeit angedeutet, man könnte Bremen und das Saarland „einsparen“.











