Sie besetzten ein Kloster

Rebellische Nonnen – Vatikan setzt Erzabt als Vermittler ein


Aktualisiert am 29.04.2026 – 07:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Die drei Nonnen, Schwester Rita (82, v.l.n.r.), Schwester Regina (86) und Schwester Bernadette (88), bei einem Interview in einem Gasthaus. (Quelle: Noah Hatz/dpa/dpa-bilder)

Drei Nonnen flüchten aus einem Heim und besetzen ihr altes Kloster. Das löst einen Konflikt aus, den nun ein junger Geistlicher beenden soll.

Die drei österreichischen Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita siedelten im vergangenen September von ihrem Seniorenheim in das leer stehende Kloster im Schloss Goldenstein bei Salzburg nahe der bayerischen Grenze um. Dort hatten sie zuvor jahrzehntelang gelebt und wollten ihren Lebensabend verbringen.

Ihr Schritt löste einen Konflikt mit dem für Schwestern zuständigen Ordens-Vertreter, Propst Markus Grasl, aus. Zur Beilegung des Streits hat der Vatikan nun einen Vermittler eingesetzt. Nach monatelangem Ringen um eine Lösung ohne direkte Kommunikation zwischen Grasl und den Nonnen wurde Erzabt Jakob Auer als Assistent Grasls eingesetzt, um den Konflikt beizulegen.

Der Hintergrund: Der Propst hatte angeboten, dass die Ordensfrauen in Goldenstein bleiben dürften. Im Gegenzug forderte er, dass sie sich aus sozialen Medien zurückziehen, keine Anwälte engagieren und auf die Hilfe ehemaliger Klosterschülerinnen verzichten. Die betagten Nonnen teilen auf ihrem Instagram-Profil „church_fluencer“ Videos und haben rund 261.000 Abonnenten. Dort sieht man Schwester Rita etwa beim Boxtraining oder beim Feiern ihres 82. Geburtstages.

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Die Nonnen lehnten das Angebot des Propstes ab. „Wir werden sicher nicht zustimmen. Das kann ich meinen Mitschwestern nicht antun, und meine Mitschwestern tun mir das nicht an“, sagte Schwester Bernadette im ORF-Interview.

Der 34-jährige Salzburger Auer soll nun eine Vereinbarung ausarbeiten, damit die über 80-jährigen Ordensschwestern in dem von ihnen besetzten Kloster bleiben können, wie die Unterstützer der Nonnen mitteilten. Zuvor hatte die kirchliche Nachrichtenagentur Kathpress berichtet.

„Die Gespräche laufen jetzt, und man ist guter Hoffnung, dass das abgeschlossen werden kann“, sagte Grasls Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

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