Nach brutalem Messerangriff
Heftige Krawalle in Belfast – viele Fragen offen
Aktualisiert am 10.06.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 3 Min.
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In Belfast brennen Autos und Häuser, Migranten werden gezielt angegriffen. Auslöser war eine brutale Messerattacke. Doch viele Fragen bleiben offen.
Nach schweren Ausschreitungen in Belfast und weiteren britischen Städten ist das Entsetzen in Großbritannien groß. In der nordirischen Hauptstadt setzten Randalierer Fahrzeuge in Brand, griffen Polizisten an und attackierten Wohnhäuser. Auslöser der Proteste war offenbar eine brutale Messerattacke eines sudanesischen Flüchtlings auf einen Mann in Belfast. Ein Video der Tat wurde zahlreich in sozialen Netzwerken geteilt.
Viele Fragen sind weiterhin offen. Was ist über die Tat bekannt? Wer steckt hinter den Ausschreitungen? Ein Überblick.
Mehrere Unruheherde in Nordirland
Am Dienstagabend kam es an mehreren Orten in Nordirland zu Unruhen. Das bestätigte die Polizei. Nach übereinstimmenden Medienberichten eskalierte die Lage besonders in Belfast. Dort wurden Häuser, Autos und ein Bus angezündet, Bewohner flüchteten aus brennenden Häusern. Die Feuerwehr wurde zu 62 Einsätzen gerufen, die meisten davon im Raum Belfast. Auch in Southampton in Südengland kam es zu einer Protestkundgebung vor einem Hotel, in dem Asylsuchende untergebracht waren.
Hinweise auf ausländerfeindliche Angriffe
Mehrere britische Medien beschreiben die Ausschreitungen als ausländerfeindlich oder rassistisch geprägt. Der „Telegraph“ berichtet, maskierte Randalierer hätten gezielt Häuser von Migranten angegriffen. Männer seien von Tür zu Tür gegangen und hätten gefordert, „die Ausländer rauszuholen“, sagte die nordirische SDLP-Politikerin Claire Hanna der BBC. Auch Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill zeigte sich entsetzt über das Vorgehen „maskierter Männer“, die Familien in ihren Wohnungen attackierten.
Die Nachrichtenagentur AFP spricht von Hunderten Menschen, die sich an verschiedenen Orten in Belfast versammelt hätten. Eine Gruppe von etwa 100 maskierten Personen sei durch die Newtownards Road gezogen, habe Häuser angegriffen und Fahrzeuge angezündet, berichtet die BBC.
Das ist über den Messerangriff bekannt
Auslöser der Krawalle war eine Messerattacke am Montagabend in Nord-Belfast. Ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan soll einen Mann in den Vierzigern in der Kinnaird Avenue mit einem Messer schwer verletzt haben. Die Tat wurde gefilmt und verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken.
Der Verdächtige wurde wegen versuchten Mordes festgenommen. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen an Augen, Hals, Gesicht und Rücken und befindet sich weiterhin im Krankenhaus. Wie das Gericht mittlerweile mitteilte, hat der Angegriffene sein linkes Auge verloren.
Die Polizei bat die Bevölkerung, die Videoaufnahmen nicht weiterzuverbreiten. Der Beschuldigte lebt nach Angaben der britischen Behörden als anerkannter Flüchtling legal im Vereinigten Königreich und verfügt über eine Aufenthaltserlaubnis bis 2028.
