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Home » Vatikan-Gästehaus wird zum Luxushotel – Papst erntet Kritik
Leben

Vatikan-Gästehaus wird zum Luxushotel – Papst erntet Kritik

Von zeit-heute.deJanuar 6, 20262 Min Gelesen
Vatikan-Gästehaus wird zum Luxushotel – Papst erntet Kritik
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Vatikan-Gästehaus wird zum Luxushotel – Papst erntet Kritik

Kritik aus eigenen Reihen

Gästehaus des Vatikans wird zum Vier-Sterne-Hotel umgebaut


06.01.2026 – 11:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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13. März 2013: Papst Franziskus checkt an der Rezeption des Domus Internationalis Paulus VI. ein. (Quelle: IMAGO/ABACA)

Statt eine große Summe für den Umbau einer Herberge auszugeben, verpachtet der Heilige Stuhl das Haus und streicht jährlich fünf Millionen Euro ein. Es gibt Kritik aus den eigenen Reihen.

Da, wo jahrzehntelang Kardinäle, Bischöfe und sogar ein künftiger Papst ihr müdes Haupt betteten, sollen bald zahlungskräftige Touristen einchecken. Der historische Vatikanpalast Domus Internationalis Paulus VI. in der römischen Via della Scrofa wird zum Vier-Sterne-Hotel umgebaut. Das berichten das argentinische Blatt „La Nación“, italienische Medien sowie das Reiseportal „reisereporter.de“. „Kardinäle und Bischöfe werden hinausgeworfen“, formuliert es die italienische Tageszeitung „Il Messagero“ drastisch.

Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert diente seit Paul VI. (er war bis 1978 Papst) als günstige Unterkunft für Geistliche auf der Durchreise. Auch Jorge Mario Bergoglio lebte hier lange, bevor er im März 2013 zu Papst Franziskus († 88) wurde. Er habe den Hotelplan in seiner Amtszeit genehmigt, berichtet „La Nación“. Nun wird die Herberge an einen privaten Betreiber verpachtet. Fünf Sterne seien es nicht geworden. „Das wäre zu viel“, heißt es laut „Il Messagero“ aus dem Vatikan.

Offiziell ist die Entscheidung eine Frage des Geldes. Eine Sanierung hätte mindestens 20 Millionen Euro gekostet, eine vollständige Anpassung an heutige Energievorschriften und Luxusstandards in Rom sogar bis zu 60 Millionen. „Zu teuer für den Heiligen Stuhl“, schreibt „Il Messagero“. Stattdessen bringt der 30-jährige Mietvertrag jährlich fünf Millionen Euro ein. Damit, so die Begründung, könne die Unterbringung von Priestern an anderer Stelle gesichert werden.

Für die dauerhaft dort wohnenden Prälaten, darunter mehrere Kardinäle, bedeutet das dennoch den Auszug. Eine schriftlich formulierte Bitte an Papst Leo XIV., das Haus als kirchliches Wohnhaus zu erhalten, blieb erfolglos. Der Vatikan hätte den Vorgang gerne unter Verschluss gehalten, aber die in der argentinischen Zeitung „La Nación“ veröffentlichten Dokumente brachten ihn ans Licht.

Brisant ist die Entscheidung des Heiligen Stuhls auch deshalb, weil ausgerechnet Papst Franziskus immer wieder Ordensgemeinschaften kritisiert hatte, die leer stehende Immobilien lieber in Hotels als in sozialen Wohnraum verwandelten. Nun folgt der Vatikan selbst diesem Weg. Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit, so heißt es, gehe vor.

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