
Stadttour am Valentinstag
„Der junge Gigolo Goethe“: Hier ist Lachen programmiert
08.02.2026 – 15:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Keine Lust auf den Valentinstag? In Frankfurt wird ein Spaziergang angeboten, der einsame Herzen zum Lachen bringen soll. Ein Highlight: Goethe und seine zahlreichen Affären.
Dass der „Tag der Liebe“ ursprünglich auf einen christlichen Märtyrer – den heiligen Valentinus – zurückgeht, der verbotenerweise Paare traute, ist bekannt. Weniger bekannt, aber ebenso bedeutsam ist der Ursprung des modernen Valentinstages.
Dessen Traditionen und typische Symbolik – rote Rosen, Schokoladen und Schmuck – sind das Ergebnis von gezieltem Marketing, etwa vom Schokoladenhersteller Cadbury oder dem Diamantproduzenten und -händler DeBeers. Dennoch hat sich die neue Tradition fest im gesellschaftlichen Leben etabliert und ist für Verliebte und Paare ein wichtiges Datum im Kalender – wenn auch kein Feiertag im eigentlichen Sinne.
Was ist aber mit all jenen ohne Partnerschaft oder Menschen, deren Partner die Kriterien für „Traummann“ oder „Traumfrau“ eher geringfügig erfüllen? Damit diese nicht leer ausgehen, gibt es in Frankfurt am Valentinstag einen Stadtrundgang der besonderen Art: der „Anti-Valentinstag-Spaziergang“.
Ungefähr anderthalb Stunden soll der Rundgang „Schätzelein, mir graut vor dir!“ durch Frankfurt dauern. Das Angebot richtet sich an alle, die sich „Romantik, Liebe und Kuscheleinheiten“ wünschen und stattdessen „leere Versprechungen“ und Kopfschmerzen bekommen, heißt es beim Veranstalter.
Ähnlich bissig und ironisch soll der Spaziergang aussehen: Weder Schokolade noch Blumen gibt es, sondern einen Rückblick auf Hochzeitstraditionen aus alter Zeit, als Liebe kein ausschlagendes Kriterium war. Außerdem ist geplant, auf der „Anti-Valentinstags-Tour“ historischen Persönlichkeiten Frankfurts nachzugehen – darunter Deutschlands berühmtester Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe.
Der „junge Gigolo Goethe“, so behauptet es der Veranstalter, ließ „was Frauen angeht, nichts anbrennen“. Ganz falsch liegt er damit nicht, schließlich sind die zahlreichen Frauen des Dichters gut belegt: zum Beispiel die Wirtstochter Katharina während seiner wilden Studentenjahre in Leipzig, eine kurzweilige Verlobte oder seine langjährige Geliebte Christiane. Die sexuellen Eskapaden seiner Italienreise brachte er in den „Römischen Elegien“ samt einem Vers über sexuell übertragbare Krankheiten zu Papier.
Wer Lust hat, statt Romantik den Spuren eines historischen Herzensbrechers nachzugehen, kann sich auf der Website anmelden. Der erste Termin ist am Samstag, 14. Februar, um 17 Uhr, der zweite Rundgang beginnt um 19.15 Uhr. Tickets gibt es ab 13 Euro. Treffpunkt für den Rundgang ist am Karmeliterkloster in der Münzgasse 9.
Und für alle, die dennoch den Tag der Liebe feierlich begehen möchten, hat die Frankfurter Lokalredaktion von t-online ein paar Empfehlungen parat.











