
Der Ärger in Italien ebbte mit dem Start der Spiele aber nicht ab, ganz im Gegenteil. Mehr als 3.000 Menschen protestierten am Samstag in Mailand in Richtung des olympischen Dorfes gegen die Anwesenheit der ICE-Beamten. Einige Teilnehmer warfen Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung der Polizei. Die wiederum setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab sechs Festnahmen.
ICE ist aber längst kein Thema, das es bei Olympia nur unter Politikern und Aktivisten gibt. Auch von zwei US-Sportlern gab es öffentliche Kritik. Ski-Freestyler Chris Lillis sagte auf einer Pressekonferenz: „Ich bin untröstlich, wenn ich sehe, was in den USA passiert. Als Land müssen wir uns darauf konzentrieren, die Rechte aller zu respektieren und sicherzustellen, dass wir unsere Bürger sowie alle anderen mit Liebe und Respekt behandeln.“
Bei seinem Teamkollegen Hunter Hess rufe es „gemischte Gefühle“ hervor, die USA im Moment zu vertreten. „Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert“, stellte er klar.
Video | „Bricht mir das Herz“ – US-Athleten kritisieren ihr Land
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Dafür bekam Hess Gegenwind von oberster Stelle. Donald Trump wetterte auf seiner Plattform Truth Social gegen den Olympioniken. Hess sei ein „echter Loser“, so der US-Präsident. Trump behauptete fälschlicherweise, dass Hess gesagt habe, die USA bei Olympia nicht vertreten zu wollen. „Wenn das der Fall ist, hätte er sich gar nicht erst um einen Platz im Team kämpfen sollen, und es ist schade, dass er dabei ist. Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern“, schrieb Trump.
Der Influencer und Boxer Jake Paul teilte ebenfalls gegen Hess aus. „Bitte halt den Mund“, schrieb er auf der Plattform X in Richtung des Wintersportlers. „Wenn du die USA nicht vertreten willst, dann zieh in ein anderes Land um“, legte der in Puerto Rico lebende Paul nach. Der 29 Jahre alte Boxer befindet sich aktuell ebenfalls bei den Olympischen Spielen. Seine Partnerin Jutta Leerdam ist Eisschnellläuferin und eine der großen Goldhoffnungen der Niederlande.
Mit ihrer Kritik an ICE stehen Lillis und Hess unter den US-Athleten aber nicht allein da. Margie Freed stärkte den Ski-Freestylern am Sonntag in Antholz den Rücken. Nach der Mixed-Staffel sagte sie in der Mixed Zone unter anderem zu t-online: „Es ist sehr wichtig, dass Menschen für andere Menschen aufstehen, wenn sie Ungerechtigkeit sehen. Es ist gut zu wissen, dass es andere Athleten gibt, die für das stehen, woran auch ich glaube.“










