Die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun wirft viele Fragen auf. US-Präsident Donald Trump spricht über seinen Kontakt zur Fifa. Der Skandal ist perfekt.
Auf Donald Trump ist Verlass. Der US-Präsident, mal wieder in Plauderlaune, hat vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel in Ankara zugegeben, direkten Einfluss auf Fifa-Präsident Gianni Infantino genommen zu haben. Trump bat den Fifa-Chef um eine Überprüfung der Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun.
Der Skandal, der die Fußball-WM und auch den Sport im Allgemeinen seit Sonntag in seinen Grundfesten erschüttert, ist damit perfekt. Trump hat nicht nur Infantino verraten, sondern auch den Weltfußball und alles Gute, wofür er stand.
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Bis dahin hatte Infantino tunlichst vermieden, eine Einmischung des US-Präsidenten zu bestätigen. Aus gutem Grund: Ihm war klar, dass ihm das größten Schaden zufügen würde. Wäre der Inhalt des Gesprächs geheim geblieben, hätte er sich weiter auf die Fifa-Regeln berufen und das Thema aussitzen können.
Das kann er nun nicht mehr. Infantino dürfte ob der Aussagen Trumps vom Stuhl gefallen sein. Erst nach dem US-Präsidenten meldete sich daher dann auch der Fifa-Boss. Doch mit seiner langen Stellungnahme, in der er beteuerte, dass die Entscheidung autonom von der Fifa-Disziplinarkommission getroffen worden sei, kann er nichts mehr retten. Sie ist unglaubwürdig.
Im Video | Trump spricht über Balogun-Sperre
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Damit ist offenkundig, wie willfährig Infantino Trump zu Diensten ist, wie bereitwillig er Regeln für ihn bricht und Instanzen umgeht. Infantino hat für Trump eigens den Fifa-Friedenspreis ins Leben gerufen. Jetzt musste er lernen, dass es noch jemanden gibt, der skrupelloser ist als er selbst.
Trump fällt selbst angeblichen Freunden in den Rücken. Für ihn zählt nur er selbst und sein Vorteil. Dass er die Einflussnahme offen zugibt, ist eine Demonstration seiner Macht: Trump pfeift auf jede Regel, jede Instanz, jeden Anstand, weil er es kann – so seine Logik.











