Erhalt von Arbeitsplätzen
US-Konzern Moderna prüft Kauf von Biontech-Werken
Aktualisiert am 17.06.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Erst kürzlich haben die Gründer des Pharmakonzerns Biontech ihren Rückzug verkündet. Jetzt gibt es Neuigkeiten, wie es mit den zu schließenden Werken weitergeht.
Der US-Pharmakonzern Moderna hat Interesse an Werken in Deutschland, die der Konkurrent Biontech schließen will. „Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel dem „Handelsblatt“ vom Mittwoch. Auf die Frage, ob Moderna Beschäftigte von Biontech übernehmen würde, sagte Bancel: „Wenn wir in ein Werk investieren würden – ganz sicher.“
Vor einem Investitionsbeschluss müsse Deutschland aber bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen schaffen und eine klare Richtung vorgeben, sagte der Moderna-Chef weiter. „Wir führen derzeit Gespräche mit der Regierung über eine langfristige Partnerschaft, wie wir sie im Vereinigten Königreich und in Kanada eingegangen sind.“ Sollte Berlin nicht mitziehen, will Bancel Alternativen in Europa prüfen.
Moderna-Chef warnt vor China-Abhängigkeit
Er warnte: „Dass es bald keine mRNA-Produktionskapazitäten mehr in Deutschland und Europa geben wird, ist ein massives Souveränitätsproblem.“ In China würden gerade mindestens fünf mRNA-Unternehmen aufgebaut.
Biontech hatte Anfang Mai mitgeteilt, dass es drei seiner Standorte in Deutschland schließen wolle. Davon betroffen sein könnten demnach bis zu rund 1.860 Stellen.
Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci hatten im März angekündigt, sich aus dem Unternehmen zurückziehen und ein neues Unternehmen gründen zu wollen. Die neue Firma soll sich Innovationen im Bereich mRNA widmen. Sie soll weiterhin Verbindungen zu Biontech haben, welches sich auf die Entwicklung und Vermarktung seiner Medikamente, insbesondere im Bereich der Onkologie, konzentrieren soll.












