Projekt zu ausgestorbenen Arten

Erstmals Küken aus künstlichen Eiern geschlüpft


21.05.2026 – 03:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Wissenschaftler hält ein Küken in seinen Händen. Es schlüpfte aus einem künstlichen Ei. (Quelle: Colossal Biosciences)

Eine amerikanische Firma will ausgestorbene Vogelarten wiederbeleben. Jetzt ist ein wichtiger Schritt gelungen.

In den USA sind erstmals 26 Küken auf künstliche Weise auf die Welt gekommen. Sie verließen am Dienstag Eier, die aus einer Silikon-Membrane und einem Metallgehäuse bestehen, meldet die Firma Colossal Biosciences. Das US-Unternehmen versucht, ausgestorbene Tierarten wiederzubeleben. Das Küken-Projekt gilt als wichtiger Schritt, um Arten wie den Großen Moa aus Neuseeland oder den Dodo aus Mauritius erneut anzusiedeln.

Das künstliche Ei besteht aus einem Zweikomponentensystem: einer semipermeablen Membran auf Silikonbasis, die in einer starren sechseckigen Halteschale aus Titan untergebracht ist.

Die Membran wurde nach Angaben des Unternehmens so entwickelt, dass sie die Gasaustauschfunktion einer natürlichen Eierschale nachbildet: Sie lässt Sauerstoff hindurch, hält gleichzeitig Feuchtigkeit zurück und blockiert Verunreinigungen.

Viele Versuche scheiterten zuvor

Laut Andrew Pask, Chief Biology Officer von Colossal Biosciences, ermöglicht die Membran einen Gasaustausch, der mit dem einer biologischen Eierschale vergleichbar ist. Auf der Oberseite ist ein kleines Fenster angebracht, über das die Entwicklung des Embryos verfolgt werden kann.

Die künstlichen Eier können nach Unternehmensangaben in der Größe angepasst werden. Demnach sei es auch möglich, ausgestorbene Riesenvögel wieder zum Leben zu erwecken.

Zwar hatte es schon zuvor Versuche mit künstlichen Eiern gegeben. Die meisten benötigen aber in späteren Entwicklungsstadien große Mengen zusätzlich zugeführten, konzentrierten Sauerstoffs, was das Risiko birgt, die DNA des sich entwickelnden Embryos zu schädigen.

Die Erfolgsraten bei der Verwendung von Plastikbechern, Frischhaltefolie und anderen künstlichen Behältern waren bislang niedrig, erklärt Mike McGrew, Embryologe am Roslin Institute und wissenschaftlicher Berater von Colossal Biosciences für Stammzellen von Vögeln. Das US-Unternehmen gab zwar an, dass 26 Küken geschlüpft sind, nannte aber keine Zahlen, wie viele Eier insgesamt gebrütet wurden.

Eine Rekonstruktion des Dodo: Der flugunfähige Vogel ist seit 300 Jahren ausgestorben. (Quelle: Rights Managed via www.imago-images.de)

Vögel werden weiterhin normal befruchtet

Das künstliche Ei ersetzt aber nicht den natürlichen Prozess von Vögeln, wie die Befruchtung. Bislang müssen diese auch noch das Ei legen. Das künstliche Ei funktioniert derzeit wie ein Inkubator. Es wird dann innerhalb von 48 Stunden nach dem Legen untersucht. Wird es als geeignet erachtet, nehmen die Wissenschaftler Eigelb und Dotter heraus und transferieren es in das künstliche Ei. Um wirklich ausgestorbene Vögel zum Leben zu erwecken, müsste ein Eingriff in einem wesentlich früheren Stadium gemacht werden und benötigt Veränderungen des Genmaterials.

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