Test bei Übung
US-Army landet mit deutscher Drohne Treffer
11.06.2026 – 19:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Die US-Armee interessiert sich offenbar für deutsche Angriffsdrohnen der Münchner Rüstungsfirma Helsing. Einen Test in Litauen absolvierte die HX-2 laut US-Angaben erfolgreich.
Das US-Militär hat eine Kampfdrohne des deutschen Drohnen-Start-ups Helsing getestet. Entsprechende Informationen bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von t-online. Im Rahmen der Übung „Project Flytrap“ auf einem Militärgelände im litauischen Pabradė haben US-Soldaten die Drohne HX-2 erfolgreich getestet, wie das US-Portal „Axios“ zuerst berichtete. Bei insgesamt 17 Testflügen mit dem Modell aus Deutschland sei das Ziel 15-mal getroffen worden, in zwei Fällen sei es knapp verfehlt worden.
In einem Videoclip der US-Armee ist die HX-2 bei einem Testflug zu sehen. Ein Foto wiederum zeigt die HX-2 auf einer Startrampe neben einem US-Soldaten.
Aus Branchenkreisen heißt es, die Testflüge seien ein Hinweis darauf, dass das Münchner Start-up sich Chancen ausrechnen kann, in den US-Rüstungsmarkt einzusteigen. Die Vereinigten Staaten übernehmen ausländische Technik vor allem dann, wenn sie eine Fähigkeitslücke bei innovativer Technologie schnell schließen wollen. Bei der Übung mit insgesamt 200 Testflügen verschiedener Hersteller sei Helsing „mit seinen Ingenieuren stark vertreten gewesen, wie andere Unternehmen“, sagte Alex Miller, Technologiechef der US-Armee, dem Portal „Axios“.
Bundeswehr kaufte Drohnen für 269 Millionen Euro
Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) interessiert sich für die Helsing-Drohne. Für rund 269 Millionen Euro lässt der Minister Tausende HX-2 kaufen, mit Option auf Nachbestellungen. Der Rahmenvertrag mit Helsing beläuft sich auf maximal eine Milliarde Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte dem Deal im Februar – nach einer kontroversen Debatte um die hohen Kosten – zugestimmt.
Die HX-2 kann als Angriffs-, Kamikaze- oder Aufklärungsdrohne eingesetzt werden. Wie Helsing auf seiner Webseite schreibt, kann sie „Artillerie, gepanzerte und andere militärische Ziele auf bis zu 100 Kilometer Reichweite“ bekämpfen. Bei der Übung der US-Armee ging es auch um die Zielgenauigkeit bei sogenanntem „Jamming“, dem Einsatz von Störsendern, um Drohnen untauglich zu machen. Durch KI-Steuerung soll die HX-2 auf Funksignale nicht angewiesen sein und ihre Ziele dennoch finden.
Ab Ende 2027 könnte die HX-2 von Helsing zur Ausstattung der deutschen Panzerbrigade 45 („Litauen-Brigade“) gehören, die zur Sicherung der Nato-Ostflanke in Litauen stationiert wird. Die deutsche Brigade wird voraussichtlich der erste Großverband des Heeres sein, der über diese Drohnen zur Aufklärung und Bekämpfung verfügt. Ukrainische Einheiten setzen Helsing-Drohnen im Krieg mit Russland bereits im großen Umfang ein. Verteidigungsminister Boris Pistorius dürfte die erfolgreichen Starts im Rahmen des „Project Flytrap“ aufmerksam beobachtet haben.











