Eine andere Erklärung geht auf einen Erlass im Augsburger Reichstag aus dem Jahre 1530 zurück. Damals wurde beschlossen, das staatliche Münzwesen zum 1. April 1540 zu vereinheitlichen. Das rief Spekulanten auf den Plan, die Währungsschiebereien vorbereiteten. Letztlich waren sie die „Angeschmierten“ – denn der Termin wurde kurz vor dem Stichtag verschoben.
Möglicherweise geht der Brauch aber auch bis in die antike Zeit zurück und hat seinen Ursprung dort in einem römischen Fest. Die sogenannte Quirinalia soll in Erwartung des Frühlings gefeiert worden sein. Sie wird auch als Fest der Dummen und Narren bezeichnet. Zu Ehren des Gottes Quirinus zogen die Menschen dabei singend und tanzend durch die Straßen Roms. Ursprünglich feierten die Römer die Quirinalia am 17. Februar, ehe das Fest infolge mehrerer Kalenderreformen auf den 1. April verschoben wurde.
Wo wir schon einmal in der Antike sind: Im alten Germanien gehörte der Aprilscherz ebenfalls zu den Frühlingsbräuchen. Der Narr, der einem Schabernack zum Opfer gefallen war, galt als Symbol des Winters. Der bereits eingetretene Frühling konnte mit ihm machen, was er wollte.
Genauso könnte das altindische Hulifest den Ursprung bilden. Bei diesem vertreiben Narren den Winter und seine Dämonen – so wie in der alemannischen Fastnacht.
Und auch das trügerische und launische Aprilwetter wird manchmal für die Entstehung des Brauchs verantwortlich gemacht.
Im Christentum hat der 1. April weniger mit Scherzen zu tun. Im Gegenteil: Bei den frühen Christen galt er als Unglückstag, vor dem man sich hüten sollte. Das könnte damit zu tun haben, dass der Jünger Judas Ischariot, der Jesus verraten hatte, an einem 1. April geboren und gestorben ist. Des Weiteren soll der gefallene Engel Luzifer an einem 1. April in die Hölle gekommen sein. Ebenso soll es ein 1. April gewesen sein, an dem Jesus zum Tod am Kreuze verurteilt wurde.









