
Unterschätztes Organ
So macht sich eine vergrößerte Milz bemerkbar
Aktualisiert am 06.01.2026 – 12:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Milz bereitet selten Probleme, daher wissen die meisten Menschen wenig über das faustgroße Organ. Infolge vieler Krankheiten kann es sich aber vergrößern und zu Beschwerden führen. Was hilft dann?
Die Milz übernimmt wichtige Funktionen im Körper, unter anderem filtert sie das Blut und trägt zu einer funktionierenden Immunabwehr bei. Das Organ produziert sogenannte Makrophagen, kleine weiße Blutkörperchen, die an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt sind.
Verschiedene Erkrankungen oder Infekte können zu einer vergrößerten Milz (Splenomegalie) führen. Wie sich das äußert und in welchen Fällen das Organ dann entfernt wird, erfahren Sie hier.
Die Symptome, die durch die Milzvergrößerung verursacht werden, sind oft unspezifisch. Betroffene berichten von:
Je nach zugrunde liegender Krankheit können auch Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Erschöpfung, ungewollter Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen oder erhöhte Blutungsneigung hinzukommen.
Sollten Sie Anzeichen für eine Splenomegalie bemerken, suchen Sie einen Arzt auf. Per Ultraschall lässt sich eine vergrößerte Milz nachweisen. In manchen Fällen lässt sich das geschwollene Organ sogar unter dem linken Rippenbogen der Betroffenen ertasten.
Eine vergrößerte Milz ist selbst keine Erkrankung, sondern immer die Folge einer anderen Grunderkrankung. Ursächlich für eine Milzvergrößerung sind beispielsweise:
In seltenen Fällen können bestimmte Medikamente zu einer Milzvergrößerung führen.
Liegt eine Grunderkrankung vor, die die Milz größer werden lässt, behandelt der Arzt die zugrunde liegende Krankheit. Dies führt normalerweise auch zur Rückbildung der Milz.
Reißt das Organ jedoch infolge der Vergrößerung oder besteht eine dauerhafte Überfunktion der Milz, muss sie meist operativ entfernt werden. Eine solche Splenektomie sollte jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn sie zwingend erforderlich ist.
Die Milz ist nicht lebensnotwendig, Menschen können auch ohne das Organ mit gewissen Einschränkungen weiterleben. Wer keine Milz mehr hat, ist allerdings anfälliger für Infekte sowie Blutvergiftungen, da das Immunsystem und der Abbau alter Blutkörperchen beeinträchtigt sind.
Aufgrund dieser erhöhten Infektanfälligkeit empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI), dass sich Menschen ohne Milz gegen Pneumokokken und Meningokokken impfen lassen. Außerdem rät es zur jährlichen Grippeschutzimpfung im Herbst.











