Forsa-Erhebung
Bundesbürger distanzieren sich von AfD-Positionen
27.08.2026 – 02:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Ob Fachkräfte aus dem Ausland oder Schulpolitik: Eine neue Umfrage zeigt, wie weit die Ansichten der AfD von der Bevölkerungsmehrheit entfernt sind.
Die große Mehrheit der Bundesbürger lehnt zentrale Positionen der AfD ab. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hervor, für die am 13. und 14. August 1007 Menschen befragt wurden. Den Teilnehmern wurden konkrete Aussagen aus dem AfD-Wahlprogramm zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vorgelegt.
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Besonders deutlich fällt die Ablehnung bei Aussagen zu ausländischen Fachkräften aus. Nur 17 Prozent der Befragten stimmten der AfD-These zu, ausländische Ärzte seien wegen „Sprachschwierigkeiten“ und ihrer „anderen kulturellen Herkunft“ oft kaum geeignet, die deutschen Bürger richtig zu behandeln. Unter AfD-Anhängern lag die Zustimmung bei 52 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei der Aussage, die Anwerbung von Fachkräften „aus fremden Kulturen“ gefährde etwa im Gesundheits- und Pflegesektor „das Wohl der Patienten“: Nur 16 Prozent der Bundesbürger stimmten zu, bei AfD-Anhängern waren es 49 Prozent. Mehr als 80 Prozent der Gesamtbevölkerung lehnten beide Aussagen ab.
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Kirchenpolitik stößt auf mehr Zustimmung
Auch die schulpolitischen Forderungen der AfD finden keine Mehrheit. 31 Prozent befürworteten mehr Beschwerdemöglichkeiten für Eltern und Schüler, unter AfD-Anhängern waren es 61 Prozent. Die Forderung, Lehrer sollten über Meinungsäußerungen von Schülern nur noch diskutieren lassen und nicht mehr mit ihrer eigenen Meinung mitdiskutieren dürfen, unterstützten bundesweit 24 Prozent, unter AfD-Anhängern 60 Prozent. 71 Prozent der Gesamtbevölkerung sprachen sich dagegen aus.
Etwas mehr Rückhalt finden die AfD-Positionen zur Rolle der Kirchen. 44 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, die Kirchen könnten keine Sonderstellung durch Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen beanspruchen. Unter AfD-Anhängern waren es 83 Prozent. 37 Prozent befürworteten die Forderung, Kirchensteuereinnahmen künftig nur noch für Personalkosten und den Erhalt von Gebäuden verwenden zu dürfen, bei AfD-Anhängern 74 Prozent.
Trotz der verbreiteten Ablehnung rechnen viele Befragte damit, dass die AfD ihre Forderungen im Fall einer Regierungsübernahme umsetzen würde: 54 Prozent erwarten dies für die Schulpolitik, 45 Prozent für die Positionen zu ausländischen Fachkräften und 43 Prozent für den Umgang mit den Kirchen. Zudem vermuten 68 Prozent der Befragten, dass die AfD-Forderungen ausländische Fachkräfte einschüchtern könnten, 48 Prozent sehen dieses Risiko für Lehrerinnen und Lehrer. Die statistische Fehlertoleranz der Umfrage liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.










