
„Wir haben keine Regeln verletzt“
Wirbel um Olympia-Teilnehmer und seinen Helm
Aktualisiert am 10.02.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.
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Ein ukrainischer Skeleton-Fahrer möchte mit seinem Helm gefallene Soldaten ehren. Nun ist klar, wie das IOC dazu steht.
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch erinnerte mit einem besonderen Helm-Design an durch den Krieg gefallene Sportkollegen. Auf dem Kopfschutz waren die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Heraskewytsch trug den Helm im offiziellen Training am Montag und hoffte, dass er diesen auch im Wettkampf Ende der Woche aufsetzen darf.
„Wir haben keine Regeln verletzt, und ich sollte mit diesem Helm antreten dürfen“, sagte Heraskewytsch der Nachrichtenagentur AP und ergänzte: „Ich kann nicht verstehen, wie dieser Helm irgendjemanden verletzen könnte. Er ist eine Hommage an Athleten, und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie.“
Fraglich war zunächst, wie das Internationale Olympische Komitee über das Tragen des Helmes entscheiden wird, in seinen Statuten sind politische Botschaften untersagt. Ein IOC-Sprecher teilte nun am Dienstag mit, dass der Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb ein schwarzes Armband tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern. Dies sei „ein guter Kompromiss“, sagte der IOC-Sprecher.
Vorausgegangen sei ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn in Cortina d’Ampezzo getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.
Nach Angaben des Skeleton-Piloten hatte ihm ein IOC-Vertreter bereits vor seiner offiziellen Anfrage die weitere Nutzung des Helmes verboten. „Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht“, schrieb Heraskewytsch zu einem Video bei Instagram.
Er verwies darauf, dass der deutsche Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking auf dem Siegerpodest ein Foto seiner bei einem Verkehrsunfall getöteten Frau gezeigt hatte. Dies sei ein Präzedenzfall. Dem IOC-Sprecher zufolge habe sich das Regelwerk jedoch inzwischen weiter entwickelt. Die beiden Fälle seien daher schwerlich vergleichbar, selbst wenn Steiner damals keine Sanktion erhielt.









