Fifa-Boss unter Druck
Uefa fordert wohl Infantino zum Rücktritt auf – und droht
01.08.2026 – 17:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Präsident des Fußball-Weltverbands sieht sich immer größerer Opposition ausgesetzt. Nun will die Uefa wohl den nächsten Schritt einleiten.
Bahnt sich jetzt nun doch das abrupte Ende der Amtszeit von Fifa-Präsident Gianni Infantino an? Erst in der Nacht zum Samstag verkündete der Schweizer, seine umstrittenen Investorenpläne, die einen Verkauf von Anteilen an der Fußball-WM bedeutet hätten, zurückzuziehen. Gab damit dem immer größeren Druck aus dem Fußball und der Weltöffentlichkeit nach – und wirkt immer angeschlagener.
Nun droht offenbar der nächste Schlag. Denn der englische „Telegraph“ berichtet am Samstagnachmittag: Die Uefa hat den 56-Jährigen zum freiwilligen Rücktritt aufgefordert – und will ansonsten ein Amtsenthebungsverfahren gegen Infantino einleiten. Dazu müssen gemäß Artikel 25 der Fifa-Statuten 20 Prozent der 211 Mitgliedsverbände einen außerordentlichen Kongress einberufen. Das wären mindestens 43 Verbände. Da die Uefa insgesamt 55 Länder umfasst, wäre die Einberufung des Kongresses nur noch Formsache.
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Die Uefa macht damit offenbar weiter ernst und will nun das Aus des umstrittenen Infantino forcieren. Schon nach dem Ende der Investorenpläne hatte der europäische Dachverband nachgelegt. „Dies ist ein Sieg für den gesamten Fußball. Doch es darf nicht das Ende der Geschichte sein. Der Vorschlag ist vom Tisch. Die Aufgabe, das Vertrauen in die FIFA wiederherzustellen, hat jedoch gerade erst begonnen.“
Auch andere Kontinentalverbände gingen auf Distanz
Bereits nach Bekanntwerden des umstrittenen Vorhabens der Fifa hatte die Uefa deutlich reagiert und mit einem WM-Boykott gedroht. „Keine Nationalmannschaften aus der Uefa werden an irgendeinem Fifa-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen“, hieß es aus dem schweizerischen Nyon. Auch die Kontinentalverbände Asiens (AFC) und Nord- und Mittelamerikas sowie der Karibik (Concacaf) gingen auf Distanz.
Auch innerhalb des Prachtbaus auf dem Zürichberg bröckelt die Unterstützung für Infantino. Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour warf seinem Chef vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Ein hochrangiger Berater Infantinos, Carlos Cordeiro, trat aus Protest gegen die Pläne zurück.
Dabei wollte Infantino beim 77. Fifa-Kongress im März nächsten Jahres in Rabat (Marokko) eigentlich ein weiteres und letztes Mal für vier Jahre gewählt werden. Dieses Vorhaben steht nun mehr denn je in Frage.
