Uefa legt gegen Infantino nach
„Keine Option sollte ausgeschlossen werden“
Aktualisiert am 01.08.2026 – 12:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Gianni Infantino zieht seine Investorenpläne für die Fifa zurück. Die Uefa fordert trotzdem Konsequenzen.
In der Nacht von Freitag auf Samstag hat Gianni Infantino verkündet, seine Pläne zur Gründung einer Fifa-Tochtergesellschaft und dem damit verbundenen Verkauf von WM-Anteilen an Investoren ad acta zu legen. Die Uefa, die sich zuvor als größter Kritiker positioniert hatte, begrüßt diese Entscheidung. Der europäische Verband fordert dennoch weitreichende Konsequenzen.
In einer Mitteilung vom Samstagmittag schreibt die Uefa, dass man „so nicht weitermachen“ kann und das Vorgehen in den kommenden Wochen gründlich aufgearbeitet werden müsse. Indirekt spricht sich die Uefa dabei schon für eine Absetzung Infantinos aus: „Keine Option sollte ausgeschlossen werden.“
In dem 2.679 Zeichen langen Statement attackiert der Kontinentalverband den Fifa-Boss an mehreren Stellen. „Wir können so nicht weitermachen – mit geheimen Machenschaften, die im Eiltempo von anonymen Personen ausgeheckt werden und deren Nutzen für den Sport fragwürdig ist. Wir müssen die Verantwortlichen ausfindig machen und sie zur Rechenschaft ziehen.“ Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour hatte Infantino zuletzt bereits einen Alleingang vorgeworfen.
Der Ausgang der von der Uefa geforderten Aufarbeitung erscheint offen. Der Verband will „in enger Zusammenarbeit mit den anderen Konföderationen einen Plan ausarbeiten, damit sich so etwas nicht wiederholen kann. Diese Überprüfung sollte gründlich und umfassend sein. Keine Option sollte ausgeschlossen werden“. Deutlich legte der Verband nach: „Die derzeitige Fifa-Führung hat nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren.“
Im kommenden Jahr steht beim Weltverband die Präsidentschaftswahl für die Zeit bis 2031 an. Bisher steht nur Infantino ohne Gegenkandidat zur Wahl. In ihrer Stellungnahme kündigten die Europäer nicht an, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Medienberichten zufolge soll Nasser Al-Khelaifi innerhalb des europäischen Verbands großen Zuspruch, der PSG-Boss selbst hat aber offenbar keine Ambitionen auf das Amt.
In Richtung Infantino legte die Uefa unterdessen nach, dass der Fifa-Boss sein Versprechen bezüglich Transparenz nicht eingehalten habe: „Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er ausgeheckt und durchzusetzen versucht hat, war alles andere als transparent.“
