
Silvester in Berlin
Polizei beschlagnahmt über 140.000 illegale Feuerwerkskörper
14.12.2025 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Kugelbomben, Feuerwerksbatterien, Zylinderböller, Schreckschussmunition – vor Silvester findet die Polizei große Mengen Feuerwerk, das nach Deutschland geschmuggelt wurde.
Die Berliner Polizei hat in den vergangenen Monaten eine große Menge illegaler Feuerwerkskörper sichergestellt. Wie die neu eingerichtete Koordinierungsstelle „Pyro“ des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) mitteilte, beschlagnahmten die Beamten zwischen dem 1. Juli und 8. Dezember 141.990 verbotene Böller, Raketen und andere pyrotechnische Gegenstände.
Das Gefährliche daran: Der allergrößte Teil waren den Angaben zufolge Feuerwerkskörper der Klasse F4. Das ist klassisches Großfeuerwerk, also Feuerwerkskörper, „von denen eine große Gefahr ausgeht, die zur Verwendung nur durch Personen mit Fachkenntnissen vorgesehen sind“, wie es beim Zoll heißt. Dazu zählen Zylinder- und Kugelbomben, große Raketen und Batterien.
Tatsächlich gehörten rund 107.000 beschlagnahmte Feuerwerkskörper dieser Kategorie F4 an. Knapp 3.800 hatten die Kategorie F3. Auch diese ist nur erlaubt für Menschen mit einem extra Nachweis. Dazu kamen rund 11.000 Feuerwerkskörper, die mit F2 klassifiziert sind. Also klassisches Silvesterfeuerwerk, das aber erst in den letzten drei Tagen des Jahres verkauft werden darf.
Mehr als 400 Feuerwerkskörper müssen von der Polizei noch klassifiziert werden, weil sie selbstgebaut sind oder eine Einordnung auf den ersten Blick nicht möglich ist, hieß es.
Wie viele sogenannte Kugelbomben beschlagnahmt wurden, sei unklar, erklärte die Polizei. In der Statistik sei das keine eigene Kategorie. Zudem sei die Gefahr auch sehr unterschiedlich. Es gebe kleine in Tennisballgröße und große Kugelbomben, die eher einem Medizinball entsprächen. Zugleich gebe es andere Feuerwerkskörper, die ebenso gefährlich oder noch gefährlicher seien, weil sie mehr Sprengmasse enthielten.
Die Polizei beschlagnahmte sogar 366 Feuerwerkskörper der Kategorien T1 und T2, also Bühnenfeuerwerk, für das ebenfalls spezielle Erlaubnisse nötig sind. Außerdem fast 17.000 Stück Munition für Schreckschuss-, Gas- und Signalpistolen.
Das meiste Feuerwerk werde in China hergestellt und nach Europa exportiert, erklärten die Experten vom LKA. Nach Berlin gelange es vor allem, weil die Käufer mit dem Auto nach Polen und Tschechien fahren würden und sich dort mit großen Mengen eindeckten. Der Kauf sei legal, die Einfuhr nach Deutschland aber verboten.
Auch über das Internet würden illegale Feuerwerkskörper angeboten und gekauft. Nach Einschätzung der Polizei spielen dabei die bekannten Social-Media-Kanäle eine große Rolle. Über Messenger wie Telegram und Portale wie TikTok würden Videos vom Zünden der Böller und Raketen gepostet. Ebenso böten dort Verkäufer ihre illegale Ware an.










