Über Hendrik Holt
ARD rollt Kriminalfall noch mal auf
Aktualisiert am 04.04.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit selbstsicherem Auftreten und Luxusinsignien gelang es Hendrik Holt, große Konzerne um Millionen zu betrügen. Nun zeigt eine Dokumentation seine Geschichte.
Jung, ehrgeizig und unersättlich: Er war noch nicht einmal Mitte 30, da wurde der aus dem emsländischen Haselünne stammende Hendrik Holt vom Landgericht Osnabrück in mehreren Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung.
Holt verkaufte an ausländische Stromkonzerne angeblich existierende Windparks, die es in Wahrheit gar nicht gab, und bestach ausländische Diplomaten, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen. „Nur als Witz“, schmückte er sich mit einem frei erfundenen Doktortitel. Rund zehn Millionen Euro haben er, ein Mittäter und Familienangehörige mit der Firma Holt Holding ergaunert. Und Hendrik Holt war der Kopf des Ganzen.
Nun nähert sich seine Haft dem Ende, und die ARD zeigt über den verurteilten Windkraft-Betrüger den Dokumentarfilm „Holt – Der Windkraft-Schwindler“ (8. April, 23.05 Uhr im Ersten; bereits in der ARD-Mediathek zu sehen). In dem Film von Jan Peter, Sandra Naumann sowie den Produzenten Alexander Bickenbach und Manuel Bickenbach (SWR, HR und NDR) kommen Holt, Familienangehörige, frühere Mitarbeiter, Ermittler von Staatsanwaltschaft und Polizei sowie Journalisten zu Wort.
Holt gibt sich als jemand, der gerne im Mittelpunkt steht und es seit Kindertagen gewohnt ist, zu bekommen, was er will. Er liebt – daran lässt er keinen Zweifel – den großen Auftritt: Nach wie vor trägt er gerne maßgeschneiderte Anzüge mit Einstecktuch. Als er noch auf freiem Fuß war, hatte er einen Fuhrpark von 18 Luxuswagen in der Garage stehen, beschäftigte drei Fahrer und zeigte sich mit unübersehbarem Siegelring am Finger und einer teuren Luxusuhr am Handgelenk.
Die Filmaufnahmen mit ihm entstanden in der Justizvollzugsanstalt im brandenburgischen Heidering und auf Freigängen. Er stellt sich als „Unternehmer und Abenteurer“ dar, der in eine Situation gekommen sei, in der er sich entscheiden musste, ob er oder „die anderen“ gewinnen. Er habe sich moralisch vielleicht falsch entschieden, „aber faktisch nicht falsch. Ich sehe mich ganz klar als Gewinner, ganz eindeutig“.
Bei Holts Firmen sei es nicht so gewesen, dass es im Zuge einer normalen Geschäftstätigkeit zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei, erklären die zu Wort kommenden Staatsanwälte. „Es waren alles nur Gesellschaftshüllen zur Begehung von Straftaten“, sagt Staatsanwalt Nils Leimbrock.
Seine Kunden waren ausländische Energiekonzerne, denen er mit gefälschten Dokumenten baureife Projektflächen vorgaukelte. Seine Mutter und seine Geschwister halfen dabei, Unterschriften und Behördenschreiben zu fälschen. Hochbezahlten Wirtschaftsprüfern fiel offensichtlich vor der Vertragsunterzeichnung nicht auf, dass Holt keine Windparks, sondern nur heiße Luft verkaufte.












