Türkei

Bahnlinie soll Saudi-Arabien in wenigen Jahren mit Europa verbinden

15.06.2026 – 11:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Historische Eisenbahn in Saudi-Arabien (Archivbild): Bereits im Osmanischen Reich verband die Hedschasbahn die Region – nun sollen alte Handelswege in moderner Form wiederbelebt werden. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Fabian von Poser)

Angesichts der Blockade der Straße von Hormus treibt die Türkei gemeinsam mit Saudi-Arabien ein milliardenschweres Bahnprojekt voran – mit möglichen Folgen für den globalen Handel.

Angesichts der bisher noch anhaltenden Blockade der Schifffahrtsstraße von Hormus drückt die Türkei bei der Wiederbelebung einer Bahnlinie zur Anbindung des Nahen Ostens an Europa aufs Tempo. Die Türkei und Saudi-Arabien beabsichtigen, die rund 400 Kilometer großen Verbindungslücke in Jordanien und Syrien bereits in drei bis vier Jahren zu schließen, sagte der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloğlu am Sonntag dem Sender Al Jazeera.

Entsprechende Absichtserklärungen zur Kooperation im Logistik- und Bahnsektor hatten die Partner am vergangenen Dienstag unterzeichnet. Die Regionen waren bereits im Osmanischen Reich durch die sogenannte Hedschasbahn verbunden, die später in Teilen verfiel.

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Bahnstrecke könnte Schiffverkehr ergänzen

Die Bahnlinie soll von Saudi-Arabien über Jordanien und Syrien in die Türkei führen und von dort mit dem europäischen Bahnnetz verbunden werden, sagte Uraloğlu. „Wir sprechen über eine Verbindung, die jede Art von Fracht nach Europa transportieren wird“, erläuterte der Minister und nannte Waren, Öl und Erdgas. Es handle sich um eine Alternative zum Schiffsverkehr, der durch die Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg empfindlich behindert wird.

Im Personenverkehr könne die Bahnstrecke auch für die jährliche muslimische Pilgerfahrt Hadsch zu den heiligen Stätten in Saudi-Arabien genutzt werden, sagte Uraloğlu.

Später könnten auch die an Saudi-Arabien grenzenden Staaten Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Katar, Oman und Jemen an diese Bahnstrecke angebunden werden, sagte Uraloğlu. Es solle nun ein Finanzierungsplan ausgearbeitet werden. Die Investitionen umfassten auch rund 100 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau der Strecke zwischen der Türkei und dem syrischen Aleppo, um eine Verbindung nach Damaskus zu schaffen. Die Türkei pflegt seit dem Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Ende 2024 enge Beziehungen zur Regierung in Damaskus und hat Hilfe beim Wiederaufbau des Nachbarlandes zugesagt.

Das Osmanische Reich hatte die Hedschasbahn von Damaskus nach Medina im heutigen Saudi-Arabien zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Geleitet wurde das Projekt von dem deutschen Ingenieur Heinrich August Meißner. Nach dem Zerfall des Reichs, aus dem 1923 die Türkische Republik hervorging, wurden auch die Verbindungen unterbrochen.

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