„An Naivität nicht zu überbieten“
Ex-Nationalspieler fassungslos nach türkischem WM-Aus
20.06.2026 – 08:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach nur zwei Spielen ist das türkische WM-Aus besiegelt. Ex-Nationalstürmer Halil Altıntop war dementsprechend bedient.
Erst das 0:2 gegen Australien, dann das 0:1 gegen Paraguay: Die Türkei ist bei der WM ausgeschieden. Nach nur zwei Spielen ist klar, dass das Team von Trainer Vincenzo Montella die Gruppe D auf Platz vier beenden wird. Eine herbe Enttäuschung für den EM-Viertelfinalisten von vor zwei Jahren.
Ex-Nationalstürmer Halil Altıntop war dementsprechend bedient. Bei MagentaTV sagte er: „Ich habe sehr viele Fragezeichen. Die Enttäuschung ist sehr groß, weil die Mannschaft sehr viel individuelle Qualität hat. Das muss man erstmal sacken lassen.“ Altıntop war fassungslos aufgrund der Leistung der Mannschaft, die eine komplette Halbzeit in Überzahl spielte. „Ich habe es gehofft, aber es hat sich gar nichts verändert. Ob sie jetzt ein Mann mehr waren oder weniger, da ist in der türkischen Mannschaft nichts passiert“, resümierte er. „Das ist umso erschreckender.“
Türkei vergibt Riesenchance: „Das ist fast ein Muss-Tor“
Schon in der zweiten Minute hatte die Türkei das entscheidende Gegentor kassiert. Nach einem Fehler im Spielaufbau schaltete Paraguay blitzschnell um und erzielte einen sehenswerten Treffer aus der Distanz. „Das Tor direkt am Anfang spiegelt so viel wider“, sagte Altıntop und führte aus: „Das heute ist wie ein Finale, du hast das erste Spiel verloren und musst punkten. Und dann fängst du ein Spiel so Harakiri an, willst hinten herausspielen und machst so einen Fehler.“ Ihn erinnerte das Tor an das 0:2 gegen Australien. „Ballverlust, Umschaltmoment, Ordnung verloren, zack, es klingelt“, war sein Fazit. Das Verhalte der türkischen Spieler sei „an Naivität nicht zu überbieten.“
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Der deutsche Ex-Nationalspieler Jonas Hofmann pflichtete ihm bei, kritisierte auch die mangelnde Effizienz vor dem paraguayischen Tor. „Die Chancen waren da, aber sie haben sie nicht gut ausgenutzt“, sagte er und erinnerte an die Großchance von Can Uzun in der 89. Minute, der den Ball nicht platziert genug aufs Tor gebracht hatte. „Das ist fast ein Muss-Tor“, war Hofmann der Meinung.
Für die Türkei geht es nach dem dritten Gruppenspiel gegen die USA am kommenden Freitag nach Hause. Ob Trainer Vincenzo Montella danach noch im Amt sein wird, ist aber unklar. Schon nach dem ersten Spiel war der Italiener in die Schusslinie geraten. Montella hatte die harsche öffentliche Kritik als „sehr enttäuschend“ bezeichnet und Solidarität sowie Respekt für seine Spieler gefordert. Nach der erneuten Niederlage wird jene Kritik aber wohl kaum leiser sein.
