
Daneben waren fast ausschließlich Backgroundsänger- und tänzer mit hispanischem Migrationshintergrund zu sehen. Dazu Statisten, die Feldarbeiter beim Schneiden von Mais mimten, oder die einfache Berufe, von Friseuren über Imbissbetreiber bis zu kleinen Gemischtwarenläden, darstellten. Was Bad Bunny dort zu den treibenden, beschwingten Klängen seines lateinamerikanischen Pop bot, war hochpolitisch. Man konnte es als eindeutiges Statement gegen die aggressive Anti-Immigrationspolitik der Trump-Regierung lesen. Kein Wunder, dass Trump sich empörte.
Der US-Präsident wütete regelrecht. Er sprach von einer „Beleidigung für die Größe Amerikas“. „Diese chaotische Halbzeitshow hat nichts Inspirierendes an sich und wird von den Fake-News-Medien großartig bewertet werden, weil sie keine Ahnung haben, was in der REALEN WELT vor sich geht“, so der 79-Jährige auf seiner eigenen Online-Plattform Truth Social.
Bad Bunny sang ausschließlich auf Spanisch – ein Novum für die traditionsreiche Halbzeitshow. Trump kam anders als beim vergangenen Mal nicht zum Super Bowl und hatte Bad Bunny bereits vor dem Finale beleidigt.
Der Künstler, dessen Musik Reggaeton mit afrokaribischen und puerto-ricanischen Musikstilen verbindet, hatte im Vorfeld betont, sein Auftritt sei „für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte“. Unter anderem sang er eines der politischsten Lieder seines aktuellen Albums: „Lo que paso con Hawaii“ (Was mit Hawaii geschehen ist). Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme der Inselkette Hawaii durch die USA, die 1898 – zur gleichen Zeit wie Puerto Rico – unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet.
Der Auftritt beim Super Bowl gilt als größte Showbühne des Jahres. Mit mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA sind die kurzen, oft bombastischen Halbzeitshows häufig populärer als das eigentliche Spiel und längst zu einem eigenen Kulturphänomen geworden. In Deutschland wurde das NFL-Finale von RTL übertragen.











