Trotz Kantersieg in der WM-Qualifikation
Diese Frage verfolgt Deutschland noch immer
Aktualisiert am 04.03.2026 – 11:20 UhrLesedauer: 5 Min.

Mit fünf verschiedenen Torschützinnen startet Deutschland souverän in die WM-Qualifikation. Eine entscheidende Frage bleibt weiterhin offen.
Aus Dresden berichtet Kim Steinke
Den Großteil des Dienstagabends verbrachte Christian Wück auf der Bank des Rudolf-Harbig-Stadions. Kein permanentes Dirigieren in der Coachingzone, keine hektischen Anweisungen. Der Bundestrainer saß und beobachtete. Der Grund war offensichtlich: Deutschland geriet beim Auftakt in die WM-Qualifikation gegen Slowenien kaum unter Druck und startete mit einem deutlichen 5:0 in das Projekt Weltmeisterschaft 2027. Und doch rückte gerade in dieser Ruhe eine alte Baustelle wieder in den Fokus: Welche Stürmerin kann das Team in engen Spielen verlässlich tragen?
Seit dem Rücktritt von Alexandra Popp sucht das deutsche Nationalteam nach einer Angreiferin, die mehr ist als eine Option – nach einer, die Spiele entscheidet. Popp hatte zuletzt selbst moniert, was zur Titelreife fehle: eine Knipserin. In den Nations-League-Endspielen wie auch im EM-Halbfinale im vergangenen Jahr blieb Deutschland gegen Spaniens Weltmeisterinnen torlos. Zu oft hing die Torgefahr an Einzelaktionen von Ausnahmekönnerinnen wie Klara Bühl.
Wohl auch deshalb zeigte sich Bundestrainer Christian Wück über die hohe Effizienz gegen Slowenien erleichtert. „Es war ziemlich wichtig, dass wir schnell für klare Verhältnisse gesorgt haben“, betonte er nach der Partie. „Diese Effizienz, diese Sauberkeit vor dem Tor, die wird uns noch länger begleiten“, sagte Wück, wohl wissend, dass seine Spielerinnen die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor auch gerne mal vermissen lassen. Das Team sei für jedes Tor dankbar, stellte Wück nun klar. Fünf verschiedene Torschützinnen seien zudem ein gutes Zeichen.
Aber: Weiterhin schwelt über dem DFB-Team die Frage, wer die Torchancen nicht nur gegen kleine Gegner wie Slowenien, sondern auch in den entscheidenden Momenten gegen große Kontrahenten verlässlich verwerten kann. So entwickelte sich dieser Abend in Dresden zu mehr als einem bloßen Pflichtsieg in der WM-Qualifikation gegen einen Außenseiter, der kein Maßstab für den EM-Halbfinalisten war. Es wurde zu einem weiteren Testlauf in der „Nach-Popp-Ära“. Aktuell kommen vier Kandidatinnen als dauerhafte Nachfolgerin der Wolfsburgerin infrage.
Im Zentrum der Debatte steht weiterhin Lea Schüller. Sie galt lange als designierte Erbin von Popp, geriet zuletzt jedoch in ein Formtief. Bei der Europameisterschaft in der Schweiz lief ihr die derzeit verletzt fehlende Giovanna Hoffmann (Kreuzbandriss) den Rang ab. Ihr Winterwechsel vom FC Bayern zu Manchester United sollte Schüller vor allem körperlich und athletisch weiterentwickeln, wie Wück betonte. Doch vor allem Tore dürften den Bundestrainer überzeugen, weiter auf sie zu setzen. Und wirklich treffsicher zeigt sich die 28-Jährige in England bisher nicht.











