
Prozess in Hamburg
Treffen der Entführer mit Block? Angeklagter ändert Angaben
30.01.2026 – 19:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Traf sich Christina Block mit den Entführern? Ein Angeklagter korrigiert seine Einlassung in einem wichtigen Punkt. Er habe Block schützen wollen.
Einer der Hauptangeklagten im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat seine Angaben in einem entscheidenden Punkt korrigiert. Der 36-Jährige sagte auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht, die angeklagte Unternehmerin Christina Block habe sich kurz vor der Rückholaktion in der Silvesternacht 2023/24 mit den mutmaßlichen Entführern im Hotel „Grand Elysée“ getroffen.
Block habe dem Team für die Rettung der Kinder danken wollen. Die meisten Männer bei dieser Zusammenkunft seien maskiert gewesen, sagte der Mann, der als einziger Angeklagter in U-Haft sitzt. In früheren Aussagen hatte der Israeli das Treffen nicht erwähnt, sondern angegeben, er habe Block vor der Entführung nur aus der Ferne gesehen. Er habe nicht gewollt, dass die Mutter der Kinder ins Gefängnis müsse, und es deshalb verschwiegen. „Ich möchte mich tief entschuldigen.“
Der mutmaßliche Chef der Entführer hatte vor einigen Wochen erstmals von diesem Treffen berichtet. Der 68-Jährige hatte im Prozess ausgesagt, dass die angeklagte Mutter von der geplanten Rückholung gewusst habe. Sein gesamtes Team sei aus Israel nach Hamburg gereist und habe sich am 28. Dezember 2023 im „Grand Elysée“ mit Christina Block getroffen.
Für seine Aussage in Hamburg hatte die Staatsanwaltschaft dem 68-Jährigen sicheres Geleit gewährt. Der Chef einer Sicherheitsfirma gilt als Beschuldigter, ist aber kein Angeklagter im aktuellen Prozess.
Christina Block soll laut Anklage nach einem langen Sorgerechtsstreit die Entführung ihrer beiden Kinder vom Wohnort ihres geschiedenen Mannes in Dänemark in Auftrag gegeben haben. Sie bestreitet das. Die israelische Firma habe auf eigene Faust gehandelt.
Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen sollen von der Sicherheitsfirma gewaltsam nach Deutschland geholt worden sein. Am 5. Januar 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht, dass die beiden Kinder zu ihrem Vater zurückgebracht werden müssen.
Ihr Verteidiger Ingo Bott konfrontierte den israelischen Angeklagten mit seinen früheren Aussagen. Dabei bestätigte der 36-Jährige, dass er ein weiteres Treffen mit Block und dem Team der Entführer auf einem Bauernhof in Süddeutschland nicht erwähnt hatte. „Ich glaubte, dass je weniger Einzelheiten ich erzählen würde, umso besser“, sagte der Angeklagte nach den Worten eines Dolmetschers und bekräftigte: „Ich wollte nicht, dass Christina im Gefängnis sitzt.“ Auf dem Bauernhof hatte die 52-Jährige nach eigenen Angaben ihre Kinder abgeholt.










