Mertesacker schwärmt, Klopp bremst
ZDF-Reporter Jochen Breyer verriet unmittelbar nach der Partie im Gespräch mit Jürgen Klopp: „Per Mertesacker hat bei dem Tor gesagt: Das ist schön, weil der beste Mann auf dem Platz trifft.“ Und Mertesacker, der am Donnerstagabend zum letzten Mal als Experte zum Einsatz kam, bevor er zum Jahreswechsel die Seiten wechseln und Geschäftsführer Sport beim DFB werden wird, begründete seine Einschätzung dann auch.
„Es ist sensationell, wie er immer wieder Räume findet, offensiv und auch defensiv. Er macht das richtig gut in beide Richtungen“, sagte der Weltmeister über Bischof. „Seine Spielintelligenz hat mich heute richtig begeistert.“
Klopps Statement zu Bischof fiel dagegen auffällig knapp und für seine Verhältnisse auch extrem nüchtern aus. „Toller Junge, geiler Kicker, tolle Einstellung“, sagte er, um im nächsten Halbsatz dann auch schon zum Lob für Bischofs Mittelfeldpartner Aleksandar Pavlović überzugehen. Der 22-Jährige, der auf 148 Ballkontakte und eine Passquote von 93 Prozent kam, sei ja schließlich auch „überall“ auf dem Platz gewesen. Die spektakuläreren Aktionen stammten aber eindeutig von Bischof. Er war der Chef auf dem Rasen.
Im Video | Sie ist mehr als nur „die Scholl-Tochter“
Player wird geladen
Mit Wortgefecht: Klopp kämpft gegen brisante Debatte
Woher Klopps ungewohnte Zurückhaltung bei Bischof kam? Das erklärte er indirekt selbst, als er auf der Pressekonferenz erneut auf das starke deutsche Mittelfeldtrio angesprochen wurde: Bischof und Pavlović auf der Doppelsechs, davor Florian Wirtz als Zehner, der mit einem Tor und einer Vorlage glänzte.
„Es ist so ein schöner Abend. Und ihr wollt, ohne es anzusprechen, ein Thema aufmachen, das kein Thema ist“, sagte Klopp, der eine andere Intention hinter der Frage vermutete. „Flo Wirtz braucht nicht bestimmte Spieler, die Art und Weise, wie wir spielen, passt zu Flo Wirtz“, führte er weiter aus. Aber daraus nun „zu machen, dass er nur mit Pavlović … (spielen kann; Anm. d. Red.)“, sagte der Bundestrainer. „Am Ende wird es eine Jo-Kimmich-Geschichte. Das kriegt ihr ja hin“, sagte er an die Pressevertreter gerichtet. „Da kann ich leider nicht mitsingen, bei dem Lied“, so Klopp abschließend zu der Diskussion, die er offenbar bereits kommen sah.












