In anderen Fällen könne den Tieren aber geholfen werden, durch eigene Helfer oder Weitervermittlung an örtliche Tiermediziner und Tierschutzorganisationen, wenn sie gefangen sind. „Es ist völlig nachvollziehbar, dass eine Kommune in einer solchen Lage sehr viel zu koordinieren hat“, sagt Witte.
Mit einer vergleichbaren Situation sei eine Einsatzleitung in der Regel nie konfrontiert gewesen. Im Kreis Düren musste der Einsatz von in der Spitze bis zu 1.800 Menschen koordiniert werden, Absprachen mit zahllosen Stellen sind nötig. „Aber die Tiere muss man auch auf dem Radar haben und sollte reagieren, wenn es um Hilfe für sie geht.“
Ein konkretes Hilfeersuchen durch den Stab sei aber bisher nicht erfolgt. „Unsere Organisation handelt ausdrücklich nur bei konkreten Hilfeersuchen der Behörden oder eines Krisenstabes.“ Der Einsatzstab in Hürtgenwald sei am Freitag über die Unterstützungsmöglichkeit informiert worden und am Samstag noch einmal.
Rückmeldung habe es noch nicht gegeben. „Dort muss man sich hoffentlich im Nachhinein nicht den Vorwurf gefallen lassen, da nichts getan zu haben“, so Witte. Er sprach davon, in der Eifel könnten 100 Rehe bislang Opfer geworden sein, und das sei nur „eine ganz vorsichtige Aussage“.
Kreisverwaltung Düren verweist auf Fluchtinstinkt der Tiere
Beim Kreis schätzt man das offenbar anders ein. t-online erhielt am Samstagabend eine Rückmeldung, die danach klingt, dass die Einsatzleitung keinen Handlungsbedarf sieht. „Wildtiere haben einen natürlichen Fluchtinstinkt. Die meisten dürften vor dem Feuer geflohen sein“, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage von t-online. Rehe seien beispielsweise am Waldrand gesehen worden.
Witte erklärt sich die ausbleibende Antwort auf das Angebot zur Wildtierrettung mit der Großlage, in der das Thema vielleicht noch nicht abgearbeitet sei. Ums Geld könne es eigentlich nicht gehen: „Finanzielle Aspekte dürften dabei keine Rolle spielen“, meint er. Auf das telefonische Angebot sei eine Rückfrage gekommen, was das denn koste. Welche Zahl er genannt hat, sagt Witte auf Nachfrage nicht.
Es gehe um Erstattung der Kosten und den Einsatz eines fünfköpfigen Zuges mit Kräften, die alle Schulungen in Anatomie, Krankheitslehre und Wundversorgung durchlaufen hätten. Eine staatlich anerkannte Ausbildung ist das nicht, er spricht von „Animal Paramedics“, einem aus den USA kommenden Begriff, der von deutschen Tierrettungsorganisationen auch genutzt wird.
Erfahrungen mit Einsätzen im Behördenauftrag kann die Tierrettung zumindest reichlich vorweisen. Sie wird seit Jahren von Ordnungsämtern und Polizeidienststellen und Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen zu entsprechenden Einsätzen gerufen. Etliche Einsätze waren auch in Dokusoaps auf vor allem privaten TV-Sendern zu sehen. Wildtiereinsätze jeglicher Art erfolgen ausschließlich im Behördenauftrag, deshalb gibt der Verein auf seiner Seite den an Privatleute gerichteten Zusatz, sein Service sei „nur für Haustiere“.












