
Eine einzige Zahl reicht, um den Teilzeit-Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels zumindest nicht im Grundsatz falsch zu finden. Sie lautet: 33,2. Lediglich 33,2 Stunden haben die Beschäftigten in Deutschland laut jüngsten Erhebungen der europäischen Statistikbehörde zuletzt im Wochenschnitt gearbeitet.
Im EU-Vergleich belegt Deutschland damit den drittletzten Platz, nur in Dänemark und den Niederlanden arbeiten die Menschen noch weniger – überall sonst teils deutlich mehr. Die Franzosen etwa kommen auf 35,5 Stunden pro Woche, die Spanier auf 36,3 Stunden. Spitzenreiter sind die einst als freizeitaffin verschrienen Griechen: Dort arbeiten die Beschäftigten 39,8 Stunden pro Woche, im Schnitt wohlgemerkt.
Ursache ist die in Deutschland auf Rekordniveau gestiegene Teilzeitquote. 40,1 Prozent der Beschäftigten arbeiteten unlängst in Teilzeit. Das senkt den Schnitt der Arbeitszeit, das sorgt dafür, dass unsere Volkswirtschaft unter ihren Möglichkeiten bleibt. Und das muss sich ändern, soll unser Wohlstand nicht vor die Hunde gehen: Wir alle müssen mehr und länger arbeiten. Sonst droht dem Arbeitsmarkt angesichts der alternden Gesellschaft der Fachkräfte-Kollaps.
Die Idee, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, ist darum definitiv eine Überlegung wert. Es mag zwar einerseits nach noch mehr verhasster Bürokratie klingen. Andererseits aber sollte niemand das Signal unterschätzen, das von einer solchen Neuregelung ausginge: Vollzeit ist der Normalfall – Teilzeit muss die Ausnahme sein.
Dass gerade die Bedürfnisse von Familien, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, dabei eine große Rolle spielen, versteht sich von selbst. Der Antrag der Mittelstandsunion berücksichtigt genau diese sehr häufigen Gründe für Teilzeit explizit. Und natürlich sollten, wie es der Vorschlag ebenfalls festhält, Arbeitnehmer und Arbeitgeber Teilzeit vereinbaren können, wenn beide Seiten es wollen.
Der einseitige Rechtsanspruch für Arbeitnehmer jedoch gehört richtigerweise auf den Prüfstand. Deutschland braucht mehr Wachstum, dafür braucht es mehr Arbeit. Und dafür wiederum ist jede brauchbare Idee herzlich willkommen.










