Emotionale Worte von Harald Krassnitzer
„Tatort“-Star verarbeitet einen schweren Verlust
Aktualisiert am 04.05.2026 – 08:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Seine Mutter starb mit 95 Jahren. Sie litt an Demenz. Doch Harald Krassnitzer spricht selbst nicht von Verlust, sondern von einem Neuanfang.
Jahrzehntelang hat Harald Krassnitzer als „Tatort“-Ermittler auf dem Bildschirm mit dem Tod konfrontiert. Nun hat der österreichische Schauspieler einen persönlichen Verlust zu verarbeiten: Er trauert um seine Mutter Susanne, die am 14. Februar im Alter von 95 Jahren gestorben ist, wie er der „Bild“-Zeitung berichtete.
Susanne Krassnitzer hatte zuletzt an Demenz gelitten. Ihr Sohn beschrieb, wie die Krankheit die Beziehung zwischen den beiden verändert hatte: „Die Beziehung zwischen uns wurde zum Ende hin intensiver als je zuvor.“
Den Großteil der Pflege hatte demnach Krassnitzers Schwester übernommen. Der Schauspieler, der in Wuppertal lebt, war zwischen Dreharbeiten und dem Wohnort seiner Mutter in Salzburg gependelt. „Meine Schwester hat einen Großteil dieser Arbeit gemacht, weil ich noch relativ intensiv mit Dreharbeiten und all dem Wahnsinn beschäftigt war, den man das Leben nennt. Ich bin bei Drehpausen so oft wie möglich hingefahren“, schilderte er.
Die Demenz brachte dabei Momente mit sich, die Krassnitzer nicht vergessen hat. Wegen der Krankheit erkannte seine Mutter ihn nicht immer als ihren Sohn. „Mal war ich für sie mein eigener Vater, mal der Bruder oder der Hund. Bis dann irgendwann am Schluss nur noch eine Person zur Verfügung stand. Und das durfte ich dann sein. Ihr Sohn“, erzählte er.
„Wenn sie mir die Hand gegeben und einfach nicht mehr losgelassen hat, weil sie so fest zugedrückt hat, dass ich mich nicht hätte befreien können. Diese Berührung erzählte etwas.“ Die Botschaft dahinter habe gelautet: „Ich bin deine Mutter!“ Das habe ihn zum einen erschreckt, „aber uns auch erst wirklich geöffnet“.
Krassnitzer beschrieb auch, wie seine Schwester ihm eine neue Sichtweise auf Würde vermittelt habe. Sie habe ihn aufgefordert, mitzukommen, die Mutter in den Rollstuhl gesetzt und sei mit ihr durch das Dorf gegangen. Dabei beobachtete er, wie seine Mutter ihr Gesicht instinktiv der Sonne zugewandt habe. „Es hat keine 15 Sekunden gedauert und meine Mutter wandte sich der Sonne zu, wie eine Sonnenblume, weil sie die Wärme spürte“, sagte er. Seine Mutter habe auch das Rascheln der Bäume anders wahrgenommen. „Da wurde mir klar, dass das, was ich unter Würde verstehe, völliger Blödsinn ist. Sie ist noch da. Sie fühlt und lebt im Moment“, so Krassnitzer.
Den Tod seiner Mutter bezeichnete Krassnitzer nicht als Ende, sondern als „eher ein Anfang“. Die Familie sei durch diese Zeit enger zusammengerückt. Auch beruflich beschäftigt ihn das Thema Demenz: Am 7. Mai kommt sein Kinofilm „Der verlorene Mann“ in die Kinos, in dem er an der Seite von Dagmar Manzel und August Zirner einen demenzkranken Ehemann spielt, der die Scheidung von seiner Ehefrau vergessen hat.











