
Erstaunlicher Fund
Diese Krankheit plagt die Menschheit schon seit 5.500 Jahren
25.01.2026 – 12:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Bakterium, das heute noch weltweit Infektionen auslöst, ist deutlich älter als bisher gedacht. Schon vor mehr als fünf Jahrtausenden hat die Syphilis die Menschheit befallen.
Bislang gingen viele Forscher davon aus, dass Syphilis erst mit den Entdeckungsreisen im 15. Jahrhundert von Amerika nach Europa kam oder umgekehrt. Doch der Fund des Skeletts in Kolumbien könnte die Geschichte der Krankheit neu schreiben. Es wird auf ein Alter von etwa 5.500 Jahren geschätzt.
Mithilfe einer genetischen Analyse haben Wissenschaftler das Erbgut des Syphilis-Erregers Treponema pallidum in den Knochen nachgewiesen – und damit die bislang älteste Spur dieser sexuell übertragbaren Krankheit entdeckt. Die Ergebnisse der Analyse wurden kürzlich im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.
Bereits frühere Funde aus Chile und Brasilien hatten das Bild der Krankheitsgeschichte infrage gestellt. Dort wurde das Bakterium in menschlichen Überresten aus der Zeit zwischen 350 v. Chr. und 1000 n. Chr. nachgewiesen. Die neue Entdeckung aber datiert den Ursprung der Infektionskrankheit noch weiter zurück.
Syphilis-Infektionen hinterließen bei bisherigen Skelettfunden meist typische Veränderungen an den Knochen. Diese fehlen bei dem 5.500 Jahre alten Skelett jedoch vollständig. Das macht den Fund umso bemerkenswerter – denn es zeigt, wie sehr sich frühe Infektionsverläufe von heutigen unterscheiden könnten.
Die Erbgutanalyse brachte noch eine weitere Überraschung ans Licht: Das gefundene Treponema-pallidum-Genom gehört offenbar zu einer bisher unbekannten Abstammungslinie des Bakteriums. Die Forscher tauften sie TE1-3 und gehen davon aus, dass sie sich schon vor rund 13.700 Jahren von den heute bekannten Varianten abgespalten hat. Ob diese frühere Variante ebenfalls sexuell übertragbar war, bleibt offen. Möglich ist auch, dass sich die Übertragungswege im Laufe der Jahrtausende verändert haben.
Die Anthropologinnen Molly Zuckerman und Lydia Bailey von der Mississippi State University, die nicht an der Studie beteiligt waren, schreiben in einem Begleitartikel zu der Studie: „Es ist möglich, dass die Syphilis des 15. Jahrhunderts die erste globalisierte, neu auftretende Infektionskrankheit und ein Vorbote aller nachfolgenden war, von HIV/AIDS bis COVID-19.“ Der neue Fund unterstreiche, wie weit zurück die Geschichte solcher Krankheiten reichen könne.











