Fortschreitende Schwerhörigkeit
Wie sich Otosklerose erkennen und behandeln lässt
Aktualisiert am 07.08.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Ursache einer zunehmenden Schwerhörigkeit kann eine Otosklerose sein. Wie macht sie sich bemerkbar und welche Behandlung hilft?
Eine Otosklerose kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen. Typisch ist vor allem eine schleichende Hörminderung: Das Hörvermögen lässt allmählich immer weiter nach. Zunächst werden vor allem tiefe Frequenzen schlechter wahrgenommen.
Paradoxerweise hören Betroffene in lauter Umgebung mitunter besser als ohne Lärm. Dieses Phänomen wird als Paracusis Willisii bezeichnet. Vermutlich hängt es unter anderem damit zusammen, dass Betroffene die Hintergrundgeräusche weniger wahrnehmen und Gesprächspartner in lauter Umgebung automatisch lauter sprechen.
Obwohl die Schwerhörigkeit im Laufe einer Otosklerose zunimmt, sprechen Betroffene oft auffallend leise. Das liegt daran, dass sie ihre eigene Stimme beim Sprechen häufig ungewöhnlich laut wahrnehmen.
Daneben kann eine Otosklerose mit weiteren Symptomen einhergehen. So treten etwa in der Hälfte der Fälle zusätzlich Ohrgeräusche (Tinnitus) auf. Eher selten kann es im Verlauf der Erkrankung auch zu Schwindelanfällen kommen. Ohrenschmerzen sind hingegen untypisch.
Häufig macht sich eine Otosklerose zuerst nur auf einem Ohr bemerkbar. Meist ist im weiteren Verlauf jedoch auch das andere Ohr von der zunehmenden Schwerhörigkeit betroffen.
- Möglicher Vorbote eines Hörsturzes: Druck auf den Ohren durch Stress
Otosklerose: Was sind die Ursachen?
Bei einer Otosklerose ist der Knochenstoffwechsel im Felsenbein (also jenem Teil des Schädels, der das Hörorgan enthält) gestört und es kommt zu einem krankhaft veränderten Knochenumbau an der knöchernen Kapsel des Innenohrs. Dadurch kann der sogenannte Steigbügel am ovalen Fenster, einer membranbedeckten Öffnung zwischen Mittel- und Innenohr, zunehmend versteifen und nicht mehr normal schwingen. Das ist jedoch nötig, damit das Ohr Schallwellen weiterleiten kann und das Hörvermögen unbeeinträchtigt ist.
Was genau den veränderten Knochenstoffwechsel verursacht, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Diskutiert werden unter anderem:
- Vererbung: Bei etwa jedem zweiten Betroffenen gibt es weitere Fälle in der Familie.
- Virusinfektionen (wie Masern)
- Autoimmunerkrankungen
- hormonelle Einflüsse (etwa während einer Schwangerschaft)

Otosklerose: Wie häufig kommt sie vor?
Otosklerose ist eine eher seltene Erkrankung. Statistisch gesehen kommt sie bei etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung vor, wobei Frauen ungefähr doppelt so oft betroffen sind wie Männer.











