„Weggesperrt“ und „mundtot“ gemacht
Supermodel Karen Mulder nach 20 Jahren wieder aufgetaucht
22.08.2026 – 13:59 UhrLesedauer: 3 Min.
In den Neunzigern war Karen Mulder eines der weltweit bekanntesten Models. Dann verschwand die Niederländerin – bis jetzt.
Über Karen Mulder kursierte in ihrer Blütezeit einst der Spruch: An ihr sehe selbst der einfachste Lappen wie ein todschickes Seidenkleid aus. Das Supermodel war in einer Zeit erfolgreich, in der auch Linda Evangelista, Cindy Crawford oder Christy Turlington Karriere machten. Aber „Karen war die Eleganteste von allen“, erinnert sich die PR-Beraterin Karla Otto jetzt in einer neuen Ausgabe der deutschen „Vogue“.
Das Überraschende an der Geschichte: Auch Karen Mulder kommt zu Wort. Die heute 57-Jährige taucht damit erstmals wieder in der Öffentlichkeit auf – nach rund 20 Jahren fernab des Rampenlichts. In dem Modemagazin spricht Mulder über die dunklen Kapitel, die ihre Karriere überschatteten: Missbrauchsvorwürfe.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Mulder tat dies schon einmal – vor 25 Jahren. Damals war sie 32 Jahre alt und sprach in der französischen Talkshow „Tout le monde en parle“ von schwerem Missbrauch, von Drogen und beruflichem Druck. Augenzeugen und der Moderator berichteten später, sie habe später nur noch geschrien und sei dann vor laufender Kamera zusammengebrochen. Die Sendung wurde nie ausgestrahlt und die Aufzeichnung sei vernichtet worden. Mulder habe sich „in einer Art paranoidem Delirium“ befunden, hieß es später. Der „Spiegel“ titelte, das Supermodel habe einen „Hysterieanfall“ erlitten.
Niemand wollte Karen Mulder so richtig glauben.
Jetzt sagt sie in der „Vogue“, sie sei damals „weggesperrt“ und „mundtot“ gemacht worden. „Ich wurde gezwungen, zu sagen, ich hätte alles erfunden.“ Namen nennt Mulder nicht. Auch über Details hüllt sie den Mantel des Schweigens. Laut dem neuesten Bericht weigerte sie sich, mehr über die „schrecklichen, unmenschlichen Dinge“ preiszugeben und brach das Gespräch ab.

Sie sagt lediglich: „Ich wollte doch nur, dass all diese schlimmen Dinge aufhören, dass Männer nicht länger denken, sie könnten tun und lassen, was sie wollen.“ Womöglich könnte sie genau dafür mehr als 20 Jahre später doch noch gefeiert werden. Denn im Zuge der Epstein-Enthüllungen über systematischen Missbrauch fiel auch häufig ihr Name als „Whistleblowerin“, die schon früh auf Missstände aufmerksam machte, jedoch nicht ernst genommen wurde.












