
Skiwelt zu Sturz von Superstar Vonn
„Es war sehr herzzerreißend“
08.02.2026 – 15:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Lindsey Vonn wollte in Cortina d’Ampezzo noch einmal eine Medaille in der Abfahrt gewinnen. Darum startete sie verletzt. Doch sie stürzte schwer und bekommt viel Mitgefühl.
Aus Cortina d’Ampezzo berichtet Melanie Muschong
Es sollte ein strahlender Moment für Lindsey Vonn werden. Der ganze Skizirkus und Fans aus aller Welt schauten am Sonntag nach Cortina d’Ampezzo und wollten den US-Star, der mit Kreuzbandriss im linken Knie antrat, in den Medaillenrängen sehen. Doch es kam anders, „tragisch“, wie es Fis-Präsident Johan Eliasch im Anschluss formulierte.
Vonn stürzte im oberen Streckenabschnitt schwer. Ihre Knie verdrehten sich und sie blieb erst einmal reglos liegen. Die zuvor noch erhallten Jubel- und Anfeuerungsrufe von der Tribüne direkt beim Zieleinlauf der Strecke verstummten schlagartig. Es war erst ein „Ooooh“ zu hören, als Vonn stürzte, sich nicht mehr bewegte und im Anschluss herrschte Totenstille.
Auch US-Rappstar Snoop Dogg, der bei diesen Spielen wieder als Botschafter unterwegs ist und kurz vor dem Start kam, stellte seine Fan-Selfies auf der Tribüne ein und blickte angespannt auf den Bildschirm vor ihm – so wie alle. Vonn wurde unterdessen von medizinischem Personal versorgt, schrie immer wieder auf.
Als über der Piste in Cortina plötzlich und laut der Hubschrauber angeflogen kam, applaudierten die Zuschauer vor Ort. Auch Snoop Dogg klatschte in seine Hände, nickte anerkennend. So, als ob er und Vonn in diesem Moment eine mentale Verbindung gehabt hätten.
Nicht nur die Fans sind schockiert, auch die Athletinnen fühlen mit Vonn. So sagte die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie in der Mixed-Zone zu t-online: „Es ist nie schön, wenn man sieht, wie Konkurrenten stürzen. Bei Abfahrten sieht man das schon öfter. Vor allem bei Lindsey weiß man, dass sie mit Herz und Seele fährt. Sie gibt alles. Es gibt nichts dazwischen, entweder Gold oder nichts – ich drücke ihr wirklich die Daumen, dass sie okay ist.“
Auch zwei US-amerikanische Fans, die in der ersten Reihe der Tribüne saßen, fieberten mit ihrem Team mit. Jay Tucker aus Virginia, mit US-Jacke und Mütze bekleidet, sagte gegenüber t-online: „Es war sehr herzzerreißend. Ich wusste nicht wirklich, was ich denken sollte, und auf den Tribünen herrschte völlige Stille. Die Tatsache, dass sie heute überhaupt auf dem Berg war, war ziemlich beeindruckend.“











