Medikamente bei Diabetes Typ 2

Schwere Nebenwirkungen – wer ist besonders gefährdet?


02.09.2026 – 12:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Älterer Mann liest einen Beipackzettel (Symbolbild): Diabetesmedikamente aus der Gruppe der SGLT-2-Hemmer können Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei bestimmten Risikogruppen. (Quelle: Ridofranz/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Bestimmte Diabetesmittel können eine Ketoazidose auslösen. Das kommt zwar selten vor, ist aber gefährlich. Wer trägt ein hohes Risiko? Eine neue Studie liefert Antworten.

Bei Diabetes Typ 2 ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft zu hoch. Langfristig kann das zu Schäden an den Gefäßen führen, die Herz, Nieren und Gehirn versorgen. Um dieses Risiko zu senken, bekommen viele Erkrankte sogenannte SGLT-2-Hemmer verordnet. Diese hemmen in den Nieren ein Transportprotein, das den Zucker sonst zurück ins Blut holt, den Natrium-Glukose-Cotransporter 2 (SGLT-2).

So stellen die Medikamente sicher, dass der Körper verstärkt Glukose über den Urin ausscheidet und der Blutzuckerspiegel sinkt, was zum Schutz von Herz und Nieren beiträgt. Es sind allerdings auch Nebenwirkungen möglich, in seltenen Fällen sogar lebensbedrohliche wie die Ketoazidose. Dabei sammeln sich Ketonkörper – saure Stoffwechselprodukte – im Blut an und bringen den Säurehaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht.

Doch für wen besteht dieses Risiko? Dieser Frage sind Forscher des Karolinska-Instituts in Schweden nachgegangen. Ihre Studie gibt Aufschluss darüber, wer besonders gefährdet ist.

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Daten von mehr als 280.000 Patienten

Das Team wertete Gesundheitsregister aus Schweden, Dänemark und Norwegen aus. In die Analyse flossen Informationen von mehr als 280.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes ein, die SGLT-2-Hemmer erhielten.

Unter ihnen befanden sich sowohl Patienten, bei denen während der Behandlung eine Ketoazidose aufgetreten war, als auch Erkrankte, bei denen das nicht der Fall gewesen war. Diese beiden Gruppen verglichen die Forscher. Vor allem suchten sie dabei nach Eigenschaften und Vorerkrankungen, die im Zusammenhang mit Ketoazidose häufiger vorkamen.

Die Ergebnisse zeigen: Ein erhöhtes Risiko für die gefährliche Nebenwirkung besteht insbesondere, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Hierzu gehören

  • Ketoazidosen in der Vorgeschichte,
  • hohe Blutzuckerwerte,
  • frühere Unterzuckerungen sowie
  • niedriges Körpergewicht beziehungsweise Hinweise auf eine Mangelernährung.

Neben diesen persönlichen Risikofaktoren untersuchten die Forscher auch, welche akuten Erkrankungen oder Belastungen zum Zeitpunkt der Ketoazidose oder kurz davor besonders oft aufgetreten waren. Hier zeichnete sich der stärkste Zusammenhang mit Infektionen ab.

Darüber hinaus kamen eine plötzlich eingeschränkte Nierenfunktion, ein Schlaganfall oder eine größere Operation bei den betroffenen Patienten vergleichsweise häufig vor. Solche Ereignisse können den Körper stark belasten und möglicherweise dazu beitragen, dass der Stoffwechsel entgleist.

Übrigens

Aus den Befunden der Untersuchung geht hervor, dass das Risiko einer Ketoazidose nicht nur am Anfang der Behandlung besteht, sondern während der gesamten Einnahme.

Studienleiter Peter Ueda kommentiert in einer Pressemitteilung: „SGLT-2-Hemmer bieten vielen Patienten medizinische Vorteile. Unsere Ergebnisse zielen nicht primär darauf ab, eine Behandlung zu vermeiden, sondern darauf, unsere Fähigkeit zu verbessern, Hochrisikopatienten zu identifizieren und diese Medikamente sicherer anzuwenden.“

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