
Teurer, länger, chaotischer
Zweifel am Sanierungsplan der Deutschen Bahn wachsen
Aktualisiert am 17.02.2026 – 17:49 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin sollte bald wieder frei sein – doch jetzt kommt alles anders. In der Politik wächst der Ärger, und ein zentrales Bahnversprechen gerät ins Wanken.
Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (parteilos) sprach von einem „herben Rückschlag für die Menschen in unserer Region, gerade wenn ich an die Pendler denke“. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) sagte, dass er und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erst vor wenigen Tagen Bahnchefin Evelyn Palla getroffen hätten. „Die Ministerpräsidentin hat ausdrücklich gefragt, ob es bei der Eröffnung bleibt. Da gab es kein Wort von der Bahn zur Verzögerung“, sagte Blank.
Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von „wenigen Wochen, nicht von Monaten“. Die Lage habe in den vergangenen Tagen neu bewertet werden müssen, die Öffentlichkeit sei „umgehend“ informiert worden.
Die Arbeiten sind der DB zufolge seit sechs Wochen in Verzug, weil Frost und Schnee Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich machten. Schwierig gestalten sich der Bahn zufolge aufgrund der Kälte auch Arbeiten an den Oberleitungen.
Für Reisende sind das schlechte Nachrichten. Mit Zügen des Fernverkehrs dauert die Fahrt zwischen Hamburg und Berlin wegen der Umleitung derzeit 45 Minuten länger. Im Regionalverkehr fahren Ersatzbusse – auch hier ist die Fahrzeit für die meisten Strecken deutlich länger. Begonnen haben die Arbeiten Mitte August.
Eigentlich sollten die Generalsanierungen von rund 40 Strecken der Befreiungsschlag der Bahn im Kampf gegen die marode Infrastruktur und dadurch unpünktliche Züge sein. Die Grundidee: Die wichtigsten Strecken werden rund ein halbes Jahr lang voll gesperrt und grundlegend saniert. Dabei war klar: Die langen Vollsperrungen sind für die Bahnfahrer ärgerlich. Die Aussichten auf reibungslosen Verkehr nach den Bauarbeiten sollten diesen Ärger aber stets lindern. Allerdings hat das einst verheißungsvolle Konzept inzwischen einige Risse bekommen:
Ursprünglich war geplant, die etwas mehr als 40 Generalsanierungen bis 2031 zu erledigen. Inzwischen wurde der Zeitplan bis 2036 gestreckt, damit nicht zu viele Sanierungen gleichzeitig das Netz belasten. In der Bahn-Branche kam die zeitliche Streckung gut an. Dort gab es Befürchtungen, die Bahn sei sonst mit Planung und Bau überfordert.










