Neun Kandidatinnen im Finale
Streamerin gewinnt Miss Germany
08.03.2026 – 00:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Rose Mondy aus Herne setzt sich im Finale der Miss-Germany-Wahl gegen acht Konkurrentinnen durch. Die 26-Jährige ist eine erfolgreiche Streamerin.
Am Samstagabend ist Rose Mondy (26) aus Herne in den Bavaria-Studios in Grünwald bei München zur neuen Miss Germany gekürt worden. Die Streamerin setzte sich im Finale gegen acht weitere Kandidatinnen durch – darunter eine Wissenschaftlerin aus Würzburg und eine Bundeswehr-Offizierin. Insgesamt hatten sich nach Angaben des Veranstalters Miss Germany Studios rund 2.600 Frauen für den Titel beworben.
Mondy ist vor allem auf der Streamingplattform Twitch aktiv. Dort zeigt sie sich beim Spielen von Videogames wie „Minecraft“ oder „Fortnite“. Gleichzeitig spricht sie in ihren Streams offen über ihre Sprachprobleme und über Alltagsrassismus, den sie als Tochter syrischer Eltern in Deutschland erlebt.
„Ich zeige, dass man nicht perfekt sein muss, um Erfolg zu haben“, sagte sie nach ihrem Sieg der Deutschen Presse-Agentur.
Neun Frauen erreichten das Finale. Sie traten in drei Kategorien gegeneinander an. Mondy gewann zunächst in der Kategorie „Female Mover“. Dort werden Frauen ausgezeichnet, die sich in klassischen Männerdomänen behaupten.
In die Top Drei schafften es außerdem: Anne Bäumler (36) aus Assenheim in Hessen, die bei einer Drogeriekette ein Team von mehr als 800 Mitarbeitenden führt und Amelie Reigl (31) aus Würzburg, eine Biologin, die im Labor menschliche Haut züchtet, um Tierversuche zu reduzieren
Weitere Finalistinnen sorgten ebenfalls für Aufmerksamkeit. So gründete die 27-jährige Büsra Sayed ein Modelabel, das Frauen mit Hijab sichtbarer machen soll. Die Unternehmerin Amina Ben Bouzid (28) aus Wiesbaden unterstützt von Frauen geführte Marken beim Wachstum. Beide trugen im Wettbewerb Kopftuch – erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs.
Die Wahl zur Miss Germany galt lange als klassischer Schönheitswettbewerb. Inzwischen versteht sich die Veranstaltung als Plattform für Frauen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Der Veranstalter betont, man suche „nicht nach den nächsten Beauty-Influencerinnen, sondern nach zukünftigen Dax-Vorständinnen und erfolgreichen Gründerinnen“.
Mondy folgt auf die Ärztin Valentina Busik. Die vorige Miss Germany beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und will die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems vorantreiben. Sie entwickelte einen Avatar, der medizinischen Fachjargon rund um die Uhr verständlich übersetzen soll – in 40 Sprachen und auch in Gebärdensprache.










