Sie selbst sind vom College direkt in die Bundesliga gewechselt. Im Männerfußball ist das heute ein eher unüblicher Schritt.
Die MLS-Klubs bilden mittlerweile selbst Spieler aus. Als ich zum College gegangen bin, gab es direkt nach der Highschool nichts. Europa wäre für mich damals zu früh gekommen.
Heute ist es teilweise umgekehrt: US-Colleges locken deutsche Fußballer mit Stipendien. Danach winkt ihnen eine Chance auf die MLS – so wie beim Franken Julian Gressel, der seit Jahren erfolgreich in der Liga spielt.
Es ist ein toller Weg, wenn man als deutscher Fußballer in Deutschland nicht weiterkommt. Es ergibt Sinn, wenn man ohnehin studieren und ein Auslandsabenteuer antreten möchte. Julian ist ein gutes Beispiel, allzu viele seiner Art gibt es in der MLS aber nicht.
Colleges bilden die Stars der NFL, NBA oder NHL aus. Mit der MLS ist das anders?
Die Colleges spielen in der Ausbildung der MLS-Profis keine große Rolle mehr. Wir reden da über 18- bis 22-Jährige, in dem Alter ist die Ausbildung weitestgehend abgeschlossen.
Stattdessen haben die MLS-Klubs eigene Nachwuchsabteilungen. Auch Klubs aus der USL, der zweiten nationalen Fußballorganisation, bilden Spieler aus. Wie gut funktioniert das auf viele Schultern verteilte System?
Positiv ist, dass es heute mehr Fußball spielende Kinder denn je gibt. Aber die USA sind ein riesiges Land – es ist schwer, im ganzen Land zu scouten und die Talente zu fördern. Der Verband ist extrem abhängig von den Vereinen. Da hapert es aber, Vereine wollen ihre größten Talente nicht an den nächstgrößeren Klub abgeben. Dafür fehlen die finanziellen Anreize. Da müssen wir besser werden, da ist der Verband gefordert. In Deutschland hingegen funktioniert genau das extrem gut.
Bewegt sich der US-Fußball in der Hinsicht in die richtige Richtung?
Die Richtung stimmt: Die Probleme sind bekannt und Lösungen werden gesucht. Die größte Last der Spielerentwicklung liegt nun bei den MLS-Klubs. Finanziell kommt aber wenig zurück, der Verband muss dafür eine Lösung finden.











