Deutschland trauert nach dem WM-Aus gegen Paraguay. Und nun? Stephan Brings hofft, dass sich die Diskussion danach nicht in falsche Richtung geht.
Ich bin kein Fußball-Fan. Ich hab keine Ahnung. Ich will weder die deutsche Nationalmannschaft noch Julian Nagelsmann nach dem WM-Aus schlecht machen.
Aber so ein großes Ereignis geht ja an kaum jemandem vorbei: Selbst auf meinem Lieblingsradiosender war die Weltmeisterschaft in Amerika immer wieder Thema. Also hört man zu, macht sich seine Gedanken.
Nun also das Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale. Jetzt nimmt das WM-Fieber in Deutschland wohl rapide ab. Klar, die wirklichen Fußball-Fans werden natürlich weiter gucken, sich einen Favoriten suchen und mit diesen Fans, womöglich vom anderen Ende der Welt, weiter zittern, hoffen, weinen und jubeln.
Das wäre doch das Schönste und Beste, was der Sport hergibt – echte Völkerverständigung. Aber meine Sorge ist: Hoffentlich wird der Spieß jetzt nicht umgedreht.
Zur Person
Stephan Brings wurde als Musiker an der Seite seines Bruders Peter in der Kölschrockband Brings bekannt. Für t-online schreibt er eine regelmäßige Kolumne über alles, was uns Menschen im Rheinland bewegt.
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Kommt nach der WM-Euphorie jetzt die nationale Depression?
Hoffentlich wird die anfängliche WM-Euphorie nicht in eine finstere Depression im Land verwandelt. Nach dem Motto „In unserem Land ist nichts mehr im Lot. Nichts funktioniert, nichts wird verbessert. Alles Mist im Land, sogar unsere Nationalmannschaft.“ Und hoffentlich verdreht sich nicht die Sicht unseres Landes auf die Nationalmannschaft.
Es spielen viele Söhne von Migranten bei uns. Sie sind wie ihre Eltern Teil und auch Leistungsträger dieses Landes und eben auch dieser Mannschaft. Ob sie nun Poldi oder Undav heißen. Wir haben sie gefeiert. Es kommt hoffentlich keiner auf das schmale Brett und stellt das frühe Ausscheiden der DFB-Auswahl in Zusammenhang mit der Herkunft der Spieler.
Das wäre so richtig mies. Und wenn das passieren sollte, muss ganz Fußball-Deutschland laut dagegen halten. Denn es gibt kaum etwas auf dem Planeten, das internationaler ist als der Fußball. Ob in riesigen Stadien oder mit vier Schulranzen als Torpfosten im Park.
