Medienbericht
Köln soll Abschiebe-Hilfe für 500 Menschen ausgeschlagen haben
05.08.2026 – 05:55 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Angebot aus Coesfeld, offenbar keine Reaktion aus Köln: Dokumente werfen Fragen zum städtischen Vorgehen auf.
Die Stadt Köln soll 2024 ein Angebot des Landes Nordrhein-Westfalen ausgeschlagen haben, bei der Abschiebung von mehreren hundert ausreisepflichtigen Menschen Unterstützung zu erhalten. Das legt ein interner Schriftwechsel nahe, über den der „Kölner Stadt-Anzeiger“ exklusiv berichtet.
Darin heißt es, dass die für die Beschaffung von Rückreisedokumenten für den Westbalkan zuständige Landesbehörde in Coesfeld sich im November 2024 bereit erklärt habe, für die betroffenen Personen entsprechende Papiere zu organisieren – eine Voraussetzung für mögliche Abschiebungen.
Stadt Köln kann nicht erklären, warum Angebot abgelehnt wurde
Die Kölner Ausländerbehörde soll darauf kurz darauf geantwortet haben, man benötige diese Unterstützung nicht, da die Betroffenen bereits seit langer Zeit geduldet seien und stattdessen bei der Suche nach einer dauerhaften Bleibeperspektive begleitet werden sollten. Aus weiteren Unterlagen soll sich ergeben, dass sich die Stadt in der Folge tatsächlich nicht um die nötigen Dokumente gekümmert habe. Ob es im Einzelfall andere Gründe gegen eine Abschiebung gegeben haben könnte, gehe aus den vorliegenden Akten nicht hervor.
Eine genaue Erklärung, warum das Angebot nicht angenommen wurde, soll die Stadt auf Nachfrage nicht geliefert, heißt es in dem Bericht. Auch beim Kreis Coesfeld konnte man demnach nicht beziffern, wie oft Köln vergleichbare Unterstützungsangebote in der Vergangenheit genutzt habe.
Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ weiter berichtet, solle der Vorgang nun auf Veranlassung von Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) überprüft werden. Burmester hatte das Amt des OB in Köln im November 2025 übernommen. Die Vorfälle fallen somit in die Amtszeit seiner Vorgängerin, Henriette Reker.
