Nachfolger steht schon fest

Stefan Hartung tritt als Bosch-Chef ab

Aktualisiert am 26.06.2026 – 14:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Chef des Technologiekonzerns Bosch, Stefan Hartung, tritt vorzeitig ab. Sein Nachfolger steht schon fest.

Der Autozulieferer Robert Bosch bekommt überraschend zum 1. Juli einen neuen Chef. Stefan Hartung lege sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung am Dienstag auf eigenen Wunsch nieder, teilte der Stiftungskonzern am Freitag in Stuttgart mit. Dabei war der Vertrag des heute 60-Jährigen erst im vergangenen Jahr bis 2031 verlängert worden. Sein Nachfolger wird der Chef der Konsumgütersparte, Christian Fischer.

Der 58-Jährige ist seit Hartungs Amtsantritt dessen Stellvertreter. Er war auch maßgeblich am Kauf des Lüftungs- und Klima-Geschäfts von Johnson Controls und Hitachi beteiligt, dem mit umgerechnet 7,4 Milliarden Euro größten Zukauf der Firmengeschichte.

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„Er wird die Umsetzung der Strategie konsequent vorantreiben, um das Unternehmen in Zeiten multipler Herausforderungen in seinen Märkten weiter zukunftsfest zu machen“, sagte Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer. „Christian Fischer hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er strategisch denkt, unternehmerisch handelt und weitsichtig führt.“

Fischer hatte nach einem Wirtschaftsstudium 1996 als Trainee bei Bosch angefangen und später zwölf Jahre lang für andere Unternehmen gearbeitet, ehe er 2018 als Mitglied der Geschäftsführung zurückkehrte. Dort ist er für unter anderem für die Hausgeräte-Tochter BSH und die Werkzeug-Sparte zuständig.

Bosch ist nach eigenen Angaben teils nicht mehr wettbewerbsfähig

Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich – wo ihm unter anderem der schleppende Wandel zur E-Mobilität zusetzt – sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.

Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, wird kräftig an Personal und Strukturen gespart. Allein in der Zuliefersparte Zulieferbereich will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Bosch rechnet mit etwas besseren Geschäften für 2026

Die Kosten für den beispiellosen Stellenabbau haben – neben den US-Zöllen und Steuereffekten – auch die Geschäftszahlen der Schwaben schwer belastet. Insgesamt schlugen die Programme mit 2,7 Milliarden Euro zu Buche, vor allem in Form von Rückstellungen. Im vergangenen Jahr musste Bosch daher erstmals seit 2009 einen Nachsteuerverlust in Höhe von 363 Millionen Euro verbuchen. Bereits in Vorjahr hatte sich der Gewinn halbiert. Der Umsatz stieg 2025 nur leicht auf 91 Milliarden Euro. Damit lag das Unternehmen auch deutlich hinter den eigenen Erwartungen.

Für das laufende Jahr rechnete Bosch zuletzt – trotz der schwierigen Lage der Weltwirtschaft – mit etwas besseren Geschäften. Im ersten Quartal lag der Umsatz demnach etwa auf Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr peilte das Management ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr Gewinn übrig bleiben.

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