Newsblog zu Hürtgenwald

Brand entwickelt sich derzeit statisch


Aktualisiert am 15.08.2026 – 20:54 UhrLesedauer: 15 Min.

Ein Helikopter der Bundespolizei mit einem Löschwasser-Behälter: Der Kampf gegen den Waldbrand läuft weiter auf Hochtouren. (Quelle: Harald Tittel/dpa/dpa-bilder)

In Hürtgenwald in der Eifel stehen rund 300 Hektar Wald in Flammen. Es gibt Verletzte. Die aktuellen Entwicklungen im Newsblog.

Der Waldbrand im Hürtgenwald bei Großhau ist vorerst unter Kontrolle. Weder Regenschauer noch angekündigte Gewitter hätten die Situation nennenswert verändert, teilten die Einsatzkräfte mit.

In der Spitze waren 1.800 Kräfte im Einsatz: Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr sowie Hilfsorganisationen wie THW, Malteser, Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz. Dazu kamen freiwillige Helfer, vor allem Landwirte aus der Region. Das Feuer hatte sich als klassisches Bodenfeuer ausgebreitet – es entzündete sich vor allem im unteren Bereich des Waldes und breitete sich von dort aus.

Die Einsatzkräfte zeigten sich verhalten optimistisch. Ziel sei es nun, die verbliebenen Brandherde weiter einzudämmen.

Am Samstag besuchten NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Innenminister Herbert Reul und Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur die Einsatzzentrale in Kleinhau. Dort sprachen sie mit Landrat Dr. Ralf Nolten, Kreisdirektor Dr. Martin Stiller, Bürgermeister Stephan Cranen und Einsatzleiter Patrick Harzheim. Bundeskanzler Friedrich Merz meldete sich telefonisch beim Landrat. Nach Gesprächen mit Einsatzkräften und Landwirten sagte Wüst, es sei beeindruckend zu sehen, wie alles ineinandergreife.

Der Aachener Bischof Helmut Dieser fuhr am frühen Abend ebenfalls zum Einsatzort. Er bestätigte, dass die Stimmung in der Bevölkerung gut und die Dankbarkeit gegenüber den Einsatzkräften groß sei.

Am Nachmittag besuchte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst Kleinhau. Vor Ort verschaffte er sich einen Überblick über die Lage und sprach mit Einsatzkräften sowie weiteren Beteiligten. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die aktuelle Einsatzsituation: Rund 1.800 Kräfte sind inzwischen im Einsatz.

Sorge bereitet den Helfern weiterhin eine mögliche Gewitterzelle, auch der anhaltende Nordwind bleibt ein Thema. Insgesamt zeigt man sich jedoch „verhalten optimistisch“. Hervorgehoben wurde zudem die große Dankbarkeit in der Bevölkerung. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie alles ineinander greift“, sagte Wüst.

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat menschliches Fehlverhalten als mögliche Ursache des Großbrandes im Hürtgenwald ins Spiel gebracht. Im Deutschlandfunk sagte die CDU-Politikerin, dies lasse sich nicht ausschließen. Waldbrände entstünden nach ihren Worten fast nie ohne menschliches Zutun.

Gorißen verwies darauf, dass mehrere Brandstellen zeitgleich oder in kurzer Abfolge aufgetreten seien: „Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen, dass einiges dafür sprechen könnte.“ Wie belastbar diese Hinweise seien, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Zunächst stünden die Löscharbeiten und die Sicherheit der Menschen im Vordergrund. Wenn der Einsatz beendet sei, werde die Lage vollständig aufgearbeitet. Gorißen betonte: „Aber festhalten kann man: Es ist nahezu immer menschliches Fehlverhalten die Ursache.“ Weiter sagte sie: „Der Wald entzündet sich nicht bei 38 Grad oder 40 Grad, die man draußen durchaus auch schon verzeichnen konnte in diesem Sommer, von alleine.“ Als häufige Auslöser nannte sie weggeworfene Zigarettenkippen oder liegengelassenes Glas. Gelegentlich stecke auch Brandstiftung dahinter.

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