Denn gerade durch Einsicht, durch die Fähigkeit, vielleicht auch mal einen Fehler einzugestehen, einen Plan auch mal abzuändern, würde er Größe zeigen.
Auch bei Leroy Sané haben die Fans deutlich reagiert – und den Angreifer bei seiner Einwechslung ausgepfiffen. Ganz klar und deutlich: Das gehört sich nicht, das hat er nicht verdient. Trotzdem drückt diese Reaktion doch aber auch das feine Gespür der Zuschauer aus, dass da irgendetwas nicht passt, dass da eine Personalie nicht nachvollziehbar ist.
Wie bei Undav auch nämlich ignoriert Nagelsmann bei Sané das von ihm doch so eindringlich betonte Leistungsprinzip und hält in einer nicht nachvollziehbaren Treue am Angreifer von Galatasaray fest. Obwohl dessen Leistungen für den Istanbuler Klub in der laufenden Saison übersichtlich sind. 6 Tore und 8 Vorlagen in 35 Pflichtspielen hat Sané zustande gebracht. Und noch eine Zahl: Im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Liverpool stand er ganze 45 Minuten auf dem Platz. Zwar hatte Sané gerade Anfang des Jahres auch mit einer Verletzung zu kämpfen, trotzdem überzeugen diese Zahlen wenig.
Er müsse in der im Vergleich zu den Top-Ligen schlechteren Süper Lig mehr auffallen, forderte Nagelsmann von ihm noch im vergangenen August. „Ich brauche eine gewisse Quote“ sagte er. Da ruft es nun natürlich Unverständnis hervor, wenn er nun – trotz dürftiger Quote – trotzdem weiter dabei ist.
Ironie des Schicksals war es, dass Sané dann mit einem umsichtigen Kopfball Undav das 2:1-Siegtor auflegte. Diese eine Aktion kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er zuvor gegen die Schweiz eine ganz schlechte Leistung gebracht hat.
Wenn er sich in den kommenden Wochen im Verein nicht deutlich steigert, dann wird er um die WM-Nominierung zittern müssen. Er hat es selbst in der Hand.










