
Pläne der Landesregierung
Eberswalder Wurstwerk schließt: Standort soll erhalten bleiben
12.01.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Hiobsbotschaften für die Agrarbranche in Brandenburg – kurz vor der Grünen Woche: Das Eberswalder Wurstwerk soll schließen. Jetzt sucht das Land nach Lösungen.
Nach dem Aus für die Eberswalder Wurstwerke sucht das Land nach Möglichkeiten, den Standort zu erhalten. „Wir versuchen, dort eine Lösung zu finden, dass dieser Standort womöglich für Neuansiedlungen und neue Investitionen zur Verfügung steht (…)“, sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde, die rund 500 Menschen beschäftigt, dürfe keine „Ruine“ werden.
Auch die Schließung des größten brandenburgischen Schlachthofs in Perleberg trifft die Agrarbranche hart. Für den Schlachthof gibt es laut Agrarministerin inzwischen aber Interessenten.
Die Hiobsbotschaften dürften die Stimmung bei der am Freitag beginnenden Grünen Woche in Berlin trüben. Trotz der Ankündigung, die Eberswalder Wurstfabrik Ende Februar zu schließen, wird sich das Unternehmen in der Brandenburg-Halle der Agrarmesse präsentieren.
Die traditionsreiche Marke „Eberswalder“ soll bestehen bleiben, die Produktion verlagert werden. Die Wurstwerke gehören seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, eine Tochter des Fleischriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensmittelkonzern gab sich den neuen Namen Premium Food Group.
Agrarministerin Mittelstädt sagte: „Ich würde mir natürlich wünschen, dass regionale Wurst auch regional produziert wird und dass in der Eberswalder Wurst, wenn sie woanders produziert wird, trotzdem Brandenburger Schwein und Rind drinsteckt.“ Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, meinte: „Eberswalder Würstchen sollen aus Eberswalde kommen.“ Alles andere sei eine „Verbrauchertäuschung“.
Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG teilte vergangene Woche mit, die Produktion am Standort Britz nach aktueller Planung Schritt für Schritt bis zum 28. Februar 2026 einzustellen. „Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt“, hieß es.











