Staatsanleihen
So leihen Sie dem Staat Geld und profitieren dabei
Aktualisiert am 25.09.2026 – 15:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit Staatsanleihen borgen sich Länder Geld von Banken und Privatpersonen. Auch Sie können einem Staat einen solchen Kredit gewähren – mit Vorteilen für Ihr Depot.
Wenn Sie Geld für eine Anschaffung, zum Beispiel ein neues Auto, brauchen, können Sie sich einen Kredit bei der Bank besorgen und später zurückzahlen. Auch Staaten können ihre Ausgaben mit fremdem Geld finanzieren. Dafür geben sie sogenannte Staatsanleihen heraus, die wiederum Banken oder auch Sie als Privatanleger kaufen können.
Doch wie funktioniert das genau? Und warum sollte ich als Anleger überhaupt in Staatsanleihen investieren? t-online erklärt es Ihnen.
Was sind Staatsanleihen überhaupt?
Staatsanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von Staaten ausgegeben werden. Das heißt: Durch Staatsanleihen leiht sich der jeweilige Staat von Banken aber auch Privatpersonen gegen einen Zins Geld.
Die in dem Papier festgelegten Zinsen werden jährlich ausgeschüttet. Die Laufzeit von Staatsanleihen beträgt oft zehn Jahre. Es gibt jedoch auch kürzere und längere Laufzeiten.
Neben Staatsanleihen gibt es auch Unternehmensanleihen. Sie funktionieren ähnlich wie Staatsanleihen, nur dass sich hier Firmen von Privatpersonen Geld leihen. Wie Anleihen genau funktionieren, lesen Sie hier.
Welche Typen von Staatsanleihen gibt es?
Bei Staatsanleihen geht es vor allem um das Land, das die Anleihe herausgibt. Denn davon hängen das Risiko und der Zins ab: je geringer die Bonität eines Landes, also seine Kreditwürdigkeit, desto höher das Risiko, aber auch der zu zahlende Zins.
Daneben spielen aber auch die verschiedenen Typen von Anleihen eine Rolle, die ein Staat herausgibt. Auch unterscheiden sich die Laufzeiten. In Deutschland gibt es beispielsweise Bundesanleihen, Bundesschatzanweisungen oder Bundesobligationen. Eine Übersicht:
- Bundesanleihen sind die Standardform der deutschen Staatsanleihen, ihre Laufzeit beträgt entweder zehn oder 30 Jahre.
- Bundesobligationen laufen dagegen nur fünf Jahre lang – eignen sich also für die mittelfristige Anlage.
- Die Laufzeit von Bundesschatzanweisungen ist noch kürzer, nur zwei Jahre. Es gibt auch noch Untertypen mit noch kürzeren Laufzeiten.
- Bundesschatzbriefe hingegen werden seit Ende 2012 nicht mehr vom Staat ausgegeben, der letzte Bundesschatzbrief lief im September 2019 aus.
Welche Rolle spielt die EZB bei Staatsanleihen?
Ein zentrales Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die sogenannte Preisstabilität. Das heißt: Die EZB versucht, die Inflation, also die Teuerung, auf stabilem Niveau zu halten. Sie strebt in der Eurozone mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an.
Der Grund für das Ziel der Preisstabilität: Stagnierende oder fallende Preise können Verbraucher und Unternehmen verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Konjunktur bremsen.
Um ihr Ziel zu erreichen, hat die EZB maßgeblich zwei Instrumente: die Senkung des Leitzinses und den Kauf von Staatsanleihen. Steht der Leitzins wie in den Jahren von 2015 bis 2022 bei null Prozent oder knapp darüber, sind die Möglichkeiten eingeschränkt. Deshalb versuchte sie die Teuerungsrate auch durch den Ankauf von Anleihen zu regulieren.











